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Artikel Lokalplus:

Mit 19:11 Stimmen
Finnentroper Rat beschließt Wiederaufnahme von Windkraft-Planungen

Von Sven Prillwitz, Redaktion, 18.09.2018

Finnentrop. Die im Februar beschlossene vorübergehende Einstellung der Windkraft-Planungen ist wieder aufgehoben: Mit 19 Ja-Stimmen hat sich der Rat der Gemeinde Finnentrop am Dienstagabend, 18. September, für die Wiederaufnahme der Bauleitplanverfahren zur Ausweisung von Vorrangzonen für Windräder ausgesprochen. Elf Gemeindeverordnete stimmten nach langer und teilweise hitzig geführter Diskussion dagegen.

Hintergrund: Im Mai hatte die NRW-Landesregierung aus CDU und FDP eine überarbeitete Fassung des Windenergieerlasses vorgelegt. Darin ist der festgeschriebene Abstand von 1500 Metern zur Wohnbebauung noch nicht festgeschrieben. Außerdem ist der Bau von Windenergieanlagen im Wald darin auch nicht grundsätzlich verboten. Das ist aber nur die Landesebene. Letztendlich müsse eine Entscheidung aber auf Bundesebene getroffen werden, sagte der CDU-Gemeindeverordnete Achim Henkel. Und hier sei nicht vor Oktober damit zu rechnen, dass sich der Bundesrat mit dem Thema Windkraft auseinandersetze. Entscheiden müsse danach noch der Bundestag.

„Damit ändert sich am Bauplanungsrecht nichts“, erklärte CDU-Fraktionschef Ralf Helmig. Mittlerweile seien aber beim Kreis Olpe als Genehmigungsbehörde zwölf neue Bauvoranträge zur Errichtung von Windrädern auf Gebiet der Gemeinde Finnentrop gestellt worden. Deswegen müsse die Kommune das Bauleitplanverfahren wieder aufnehmen. Helmig: „Wir müssen das Heft wieder in die Hand nehmen, wenn wir mitbestimmen wollen, wo künftig Windräder stehen.“ Andernfalls hätten die Errichter von Windkraftanlagen freie Hand, sollte der Kreis Olpe aus den Voranträgen Bauanträge machen.

„So viele Windräder wie nötig, aber so wenig wie möglich“

Die Abstandsregelung von Windenergieanlagen zu Wohngebieten lasse sich in der Gemeinde ohnehin nicht anwenden, weil sich hier allenfalls gemischte und keine reinen Wohngebiete befänden, sagte Martin Hageböck. Umso wichtiger sei es, aktiv zu planen. „Wollen wir das Gemeindegebiet weggeben, oder wollen wir mitbestimmen?“, fragte Hageböck rhetorisch.

Und Ralf Beckmann erklärte, dass die Entscheidung für die Wiederaufnahme der Planungen keine Entscheidung für oder gegen Windkraft sei. Vielmehr sei das die einzige Möglichkeit, um „so viel Windräder wie nötig, aber gleichzeitig so wenig wie möglich“ zu errichten, so Beckmann. Sollten sich Änderungen an der Gesetzeslage ergäben, würden diese in die Entscheidung über die Eignung von Vorrangzonen einfließen, betonten die Christdemokraten zudem.

Windkraft-Gegner applaudieren SPD und Freien Wählern

Entschieden gegen die Wiederaufnahme der Planungen sprachen sich hingegen die Fraktionen von SPD und Freien Wählern aus – jeweils mit Applaus der rund 70 Windkraftgegner, die an der Ratssitzung teilnahmen. Daniel Gerk (SPD) betonte etwa, dass „wir uns bei vielen Dingen noch im Spekulationsraum bewegen“. Daher sei es nicht erforderlich, dass „wir uns so beeilen“. Beispiele aus anderen Bundesländern wie Hessen oder Städten wie Schmallenberg (Hochsauerlandkreis) zeigten, dass auch hier auf klare Regelungen gewartet werde.

Christian Vollmert (Freie Wähler) wies darauf hin, dass es sich sowohl beim Entwurf des Flächennutzungsplans der NRW-Landesregierung als auch beim Windenergieerlass um Entwürfe handle – und damit um „vorläufige“ Ergebnisse. Eine Entscheidung im Rat sei daher lediglich „vorauseilender Gehorsam gegenüber den Projektierern“. Und dann teilte der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler noch gegen die CDU und Bürgermeister Dietmar Heß aus. Es habe ein „Geschmäckle“, dass beide Seiten in Sachen Windenergie „so Dampf machen“ und inzwischen zwölf neue Bauvoranträge vorlägen, so Vollmert.

Bürgermeister Heß kontert Vollmert-Attacke

Ein Vorwurf, der den Bürgermeister auf die Palme brachte. „Ein solcher Vorwurf kann nur einem Gehirn entspringen, das selbst unlautere Machenschaften ausbrütet“, sagte Heß. Die Verwaltung sei immer transparent mit dem Thema Windkraft umgegangen und habe – anders als von Vollmert behauptet – schon nach dem ersten Kontakt mit Projektierern deren Pläne vorgestellt. Heß erinnert an Bürgerversammlungen, bei denen er Präsentationsfolien vorgelegt habe, auf denen die Höhe von Windrädern der des Kölner Doms gegenübergestellt gewesen sei.

Dann verteidigte Heß die Wiederaufnahme der Windkraft-Planungen: „Die Errichtung von Windrädern an sich ist nicht vermeidbar. Aber auch wir wollen das begrenzen. Also braucht es ein Bauleitplanverfahren, wenn wir bei Standorten und der Höhe von Windrädern mitreden wollen“, sagte der Bürgermeister. Dazu sei die Gemeinde rechtlich verpflichtet – und auch im Sinne der Bürger. Ansonsten drohe die Gefahr, dass „wir die Karre an die Wand fahren“.

Heß: „Wir sind die armen Schweine“

Ganz am Ende, als einige Windkraftgegner die Bürgerfragestunde nutzten, wurde der Bürgermeister dann noch besonders deutlich. Alle Diskussionen über Sinn und Unsinn von Windrädern seien letztendlich hinfällig, weil Entscheidungen über die geltenden Regeln ohnehin auf Bundesebene getroffen würden. Kommunen hingegen müssten den geringen Spielraum nutzen: „Wir sind die armen Schweine, die der Hund beißt. Wir haben lediglich das zu steuern, was die Rechtsprechung beschließt.“ Wer etwas anderes behauptet, sei ein „Scharlatan“.

Vor dem Prozess Bürgerbeteiligung, die fester rechtlicher Bestandteil vor weiteren Beschlüssen über das Zustandekommen von Windkraft-Projekten ist, werde die Gemeinde Finnentrop außerdem bei Einwohnerversammlungen einzelne Vorhaben detailliert vorstellen, kündigte Heß an.

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Westfalenpost/Westfälische Rundschau, 19.09.18

 

 

Westfalenpost/Westfälische Rundschau

 

LOKALPLUS

Von Barbara Sander-Graetz, Redaktion

Finnentrop. Ein Umwelt-und Artenschutzgutachten, erstellt von einem unabhängigen Sachverständigenbüro. Das hatte die IG Gegenwind Frettertal für die Windkraft-Suchräume 3 und 6b bei Serkenrode bzw. Schöndelt gefordert. Den Bürgerantrag hat der Haupt- und Finanzausschuss der Gemeinde Finnentrop am Dienstagabend, 4. September, mit der Mehrheit der CDU-Stimmen abgelehnt. Daraufhin kündigte die SPD an, den Antrag in den Rat bringen zu wollen.
Wie erwartet, war der Antrag der IG Gegenwind zuvor kontrovers diskutiert worden. Während Jens Nagel (SPD) und Christian Vollmert (Fraktion FÜR Finnentrop) den Antrag auf einen unabhängigen Gutachter unterstützten, betonte Günter Linn von der UWG, zumindest „Bauchschmerzen zu haben bei der Auswahl eines Sachverständigen. Das sollte eigentlich Aufgabe der Gemeinde sein,“ so Linn, der aber letztendlich auch zustimmte.

Ralf Helmig (CDU) hingegen wiedersprach dem Antrag. Die Gemeinde habe 2014 eine Einschätzung für alle Suchräume in Auftrag gegeben, und dazu gehöre auch ein Artenschutzgutachten. Dieses Gutachten sei online einsehbar und müsse ohnehin durch den Kreis Olpe, der letztendlich die Baugenehmigung erteile, geprüft werden.

Heß: Kreis für Baugenehmigung zuständig

Bürgermeister Dietmar Heß verwies auf die finanziellen Dimensionen und Konsequenzen, die eine Mehrheit für den Bürgerantrag bedeuten würden: In diesem Fall müssten auch Gutachten für alle anderen Suchräume, die für das Aufstellen von Windrädern infrage kommen, in Auftrag gegeben werden. „Da sind wir schnell im sechsstelligen Bereich“, warnte Heß.

Außerdem werde kein Projektierer ein Gutachten erstellen, „was gleich bei der ersten Prüfung wie Papier umfällt“, so der Bürgermeister weiter. Es sei nicht Aufgabe der Gemeinde, die Gutachten zu prüfen, „und wir werden das auch nicht tun. Wir werden die Bauantragsunterlagen durchreichen an den Kreis, der dann die Genehmigung erteilt oder nicht.“

Gerk (SPD) kontert Heß

Heß betonte erneut seinen Unmut über die zurzeit ruhenden Windkraft-Planungen in der Gemeinde. Im Februar hatte der Gemeinderat mehrheitlich beschlossen, die weiteren Planungen zunächst für zwölf Monate auszusetzen und auf eine klare rechtliche Regelung zu warten (LokalPlus berichtete). Das sei nach wie vor äußerst ungünstig, sagte Heß. Die Gemeinde habe vier Bauvoranfragen für das Oberbecken vorliegen. Und die Kommune werde Probleme bekommen, wenn sie in Sachen Windkraft einfach abwarte.

Das wiederum relativierte Daniel Gerk. Aus dem Kreistag brachte der Sozialdemokrat die Nachricht mit, dass der Kreis Olpe so lange nichts genehmigen werden, bis die Gemeinde wieder die Planungen aufnimmt. Gerk begründete seine Unterstützung für den Bürgerantrag und das Einholen eines unabhängigen Gutachtens auch damit, dass die beiden vorliegenden Expertisen sich widersprächen. Eines habe die Ampelfarbe Rot, eines sei Grün. Ein Widerspruch also. „Daher kann ich es nicht verantworten, auf dieser Basis eine Entscheidung zu treffen“, so Gerk.

Eines dieser Gutachten lag der Gemeinde nicht vor, sei aber angefordert worden. Dennoch betonte Bürgermeister Heß: „Das Gutachten ist nicht für uns. „Es ist für den Projektierer Teil seines Bauantrages, den wir nicht erteilen, sondern der Kreis Olpe, der es dann auch prüfen muss.“

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Antrag in den Haupt- und Finanzausschuss eingebracht
IG Gegenwind Frettertal beantragt neues Gutachten

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Von Barbara Sander-Graetz, Redaktion, 29.08.18

Finnentrop. In der öffentlichen Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Dienstag, 4. September, wird auch über den Antrag der Interessensgemeinschaft (IG) Gegenwind Frettertal beraten, ein Umwelt- und Artenschutzgutachten durch ein unabhängiges Sachverständigenbüro zu erstellen.
Die Bauleitplanung und die Aufstellung von Bebauungsplänen zur Ausweitung von Vorranggebieten für Windenergieanlagen in der Gemeinde Finnentrop ruhen lauf Ratsbeschluss noch bis in den Herbst diesen Jahres. Bei der Ratssitzung im Februar wiesen die Bürger aus Serkenrode schon darauf hin, dass sie ein unabhängiges Gutachten haben möchten.

Neutralität bezweifelt

„Es kann nicht sein, dass von den Projektierern der Windkraftanlagen ein Gutachten erstellt wird, was als Grundlage für die Erstellung der Vorranggebiete dient“, machte die IG in der Sitzung deutlich. „Da gilt doch: Welch Brot ich fress, welch Lied ich sing.“ Es sei mehr als fragwürdig, dass die Windkraftfirmen ein unabhängiges Gutachten erstellen würden.

Daher fordert die IG Gegenwind in ihrem Antrag, dass „die Gemeinde eine weitere von einem unabhängigen Sachverständigenbüro erstellte Untersuchung und Erhebung in Auftrag gibt, soweit die Planungen wieder aufgenommen werden.“

Schwarzstorch und Rotmilan

IG Gegenwind Frettertal weiter: „Die Neutralität der Gutachterfirma zweifeln wir an. Insbesondere auch, weil dort falsche oder überholte Angaben zum Vorkommen von Schwarzstorch und Rotmilan gemacht wurden. Diese Tiere sind nachweislich hier ansässig, wie wir in zahlreichen Bild- und Filmdateien mit Hilfe vieler persönlich bekannter Beobachter belegen können.“

Zusätzlich habe das vorhandene Gutachten, das für die Gemeinde Finnentrop erstellt wurde, ein bisschen einen Beigeschmack bekommen, da es von der Firma Ecoda erstellt wurde, bei denen ein Mitarbeiter erst vor kurzem als „Baum-Klopfer“ in den Medien zu zweifelhaftem Ruhm gelangt ist.

Es geht um das mit einer Wildkamera nachgewiesene Beklopfen und Bestreichen eines Rotmilan-Brutbaumes mit einem Stock eines Windkraftgutachters des Planungsbüros Ecoda. Solche Maßnahmen können die Brutvögel beunruhigen und zur Aufgabe der Brut führen, denn diese halten die Klopf- und Kratzgeräusche für Klettergeräusche der Fressfeinde Waschbär und Marder.

Gutachter mitbestimmen

Bei der Erstellung eines neuen Gutachtes möchte die IG Gegenwind gern bei der Auswahl des Gutachters ein Wörtchen mitreden. „Damit alle Seiten (der Gemeinderat und die IG Gegenwind Frettertal/die Bürger des Frettertals) einverstanden sind, könnte zuvor eine einvernehmliche Liste erstellt werden, auf deren Basis dann eine solche Vergabe erfolgen könnte“, heißt es in dem Antrag der IG an den Ausschuss.

 

 

 

Frettertal: IG Gegenwind pocht auf unabhängiges Gutachten

Westfalenpost/Rundschau,  Flemming Krause, 29.08.2018

 

Banner gegen Windkraft in Weuspert/Faulebutter

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Von Barbara Sander-Graetz, Redaktion- 02.08.18

Weuspert/Faulebutter. Wie sieht es in Faulebutter aus, wenn die bis zu 240 Meter großen Windkraftanlagen gebaut werden? Mit einem Banner hat die Dorfgemeinschaft Weuspert/Faulebutter das Szenario dargestellt und zeigt damit: Wir sind geschlossen gegen Windkraft in diesem Bereich.
„Wir wollen die Zerstörung der Landschaft verhindern“, bringt es Josef Vetter aus Weuspert auf den Punkt. „Hinzu kommen der Artenschutz und die Ineffizienz der Windenergie, die sich nicht speichern lässt.“ Auf dem Banner sind zwar einige Windanlagen mehr zu sehen als geplant, „aber das ändert nichts an der Tatsache, dass wir geschlossen gegen die Ansiedlung der Windkraftanlagen in diesem Bereich sind, egal ob eine, sechs oder zehn Anlagen.“

Die Bewohner aus Weuspert und Faulebutter arbeiten mit der Bürgerinitiative „Gegenwind Frettertal“ zusammen. „Doch hier im Dorf sind nahezu 100 Prozent gegen die Windkraft, und hier gibt es auch im Gegensatz zu Serkenrode keine Landbesitzer, die ihre Flächen gewinnbringend verpachten wollen.“ Er als Förster wisse von Waldbesitzern, die die Möglichkeit gehabt hätten, dieses aber abgelehnt haben. „Profit ist nicht alles.“

Daher habe sich die Dorfgemeinschaft entschlossen, gemeinsam ein Banner zu erstellen, zu erwerben und aufzustellen. „So kann man visualisieren, wie unsere Landschaft mit den Windkraftanlagen aussehen würde.“ Solche Banner sind auch für Fretter und Serkenrode geplant, weiß Vetter.

Gleichzeitig hat es eine Unterschriftenliste gegeben mit zahlreichen Unterschriften der Betroffenen, die sich gegen die Windkraftanlagen aussprechen. Besonders betroffen ist Josef Rademacher vom gleichnamigen Landgasthof in Faulebutter. „Zu ihm kommen gerade die Gäste, um die schöne Aussicht zu genießen“, weiß Vetter. „Wer will da schon auf 240 Meter große Windkraftanlagen schauen? Wobei die Gäste die Aussicht ja nur kurz ertragen müssten. Wir als Betroffene hätten die sechs geplanten Anlagen 365 Tage im Jahr mit all ihren Folgen und Auswirkungen zu ertragen. Wir hoffen, dass die Politik noch zur Vernunft kommt und das Drama verhindert.“

Am Sonntag, 12. August, um 11 Uhr findet in Weuspert eine Eucharistiefeier im Freien unter dem Motto „Bewahrung der Schöpfung“ statt. Es geht dabei um die Natur und den Umweltschutz. „In einer Gesellschaft, die auf materiellen Gewinn ausgerichtet ist, gehen die Beziehung zur Natur und zum Schöpfer des Lebens verloren“, so die Initiatoren. „Vermeintlich gute Lösungen zur Energiegewinnung führen in neue Probleme.“

Ort: Weuspert zwischen Obersalwey und Schönholthausen gelegen. Von der Kapelle aus dem Fußweg in südliche Richtung bis zum Kreuz auf der Höhe folgen, dann links abbiegen und weitere 200 Meter bis zur Bergwiese gehen. Der offene Platz bietet eine schöne Aussicht auf Täler und Höhen bis hin zum Rothaargebirge.

Die Eucharistiefeier wird schlicht sein. Die Wiese hat keine schattenspendenden Bäume und es gibt weder Bänke oder andere Sitzgelegenheiten. Für Proviant und Getränke muss jeder selbst sorgen. Autos bitte nur jeweils auf einer Straßenseite (in Weuspert oder Faulebutter) parken.

Es laden herzlich ein: Pater Joachim Wrede, Kapuziner, Finnentrop-Schliprüthen, der Verein NAFINN e.V. und engagierte Bürger und Christen der Region.

Nächste Runde erst im Herbst
Entscheidung über Windenergie erneut vertagt

Von Barbara Sander-Graetz, Redaktion

Finnentrop. Obwohl es das Thema „Windenergie“ erneut auf die Tagesordnung der Ratssitzung am Mittwoch, 4. Juli, geschafft hatte, kam es nicht zu einer Wiederaufnahme der Planungen. Der Rat beschloss nach einer namentlichen Abstimmung eine Vertagung auf den Herbst.

Grundstückseigentümer hatten einen Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens zur Ausweisung von Vorranggebieten für Windenergieanlagen in der Gemeinde Finnentrop gestellt. In der Sitzung im Februar war beschlossen worden, das Planverfahren auszusetzen, bis neue rechtliche Erkenntnisse vorliegen würden.

Diese würden, so Heß, mit der Novelle des Windenergie-Erlasses aus dem Mai nun vorliegen. Dieser Ansicht folgten die Ratsmitglieder nicht. Der neue Windenergie-Erlass enthält keinen festgeschriebenen 1500 Meter Abstand zur Wohnbebauung. Der Abstand von 1500 Metern wird nur als Regelbeispiel in den Windenergie-Erlass eingeführt. Die Landesregierung möchte aber einen Mindestabstand auf Ebene der Landesplanung festgelegen. Aus diesem Grund findet sich eine Regelung zum Abstand von 1500 Metern als Grundsatz im aktuellen Entwurf des Landesentwicklungsplans, der aber noch nicht in Kraft getreten ist.

Namentliche Abstimmung für Aussetzung

Schließlich wurde bei namentlicher Abstimmung mit einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen beschlossen, die Planungen bis Herbst auszusetzen. Bürgermeister Dietmar Heß gab anschließend eine persönliche Erklärung ab, da er „den Eindruck habe, dass Bürger denken, der Bürgermeister steht nicht hinter ihnen.“ Er stehe auch der Verwaltung vor, die dafür verantwortlich sei, dass Recht und Gesetz beachtet würden.

Durch die Novelle des Windenergie-Erlasses habe sich nach seiner Ansicht die Rechts- und Sachlage deutlich verändert. Man habe sich sehr viel Mühe gemacht mit der Auswahl der Flächen um die Bürger zu schonen, aber „wir, der Rat, haben auch städtebauliche Verträge geschlossen, die eine Verpflichtung der Gemeinde zur Planung beinhalten.“ Dabei ginge es nur um die Planung, nicht um ein Ergebnis. In dem jetzigen Zustand des Planungsstopps könne man die Bedenken der Bürger nicht berücksichtigen, da man nicht in einem Verfahren sei.

Serkenroder fordern Gutachten durch die Gemeinde

Anschließend wurde bei der Fragestunde für Einwohner mit den rund 100 anwesenden Bürgern über die Erstellung von Gutachten zur Windenergie diskutiert. Der Rat hatte aus Kostengründen beschlossen, diese Gutachten von den Betreibern erstellen zu lassen. Diese würden dann von den jeweiligen Fachbehörden geprüft. Das sehen die Serkenroder anders. Sie fordern ein Gutachten auf Kosten der Gemeinde um die Objektivität zu erhalten. „Das ist doch ganz klar, dass die Gutachten der Betreiber auch für sie sprechen“, so ihre Befürchtungen.

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Planungen für Windenergie-Anlagen bleiben ausgesetzt

Flemming Krause,  

Finnentrop.  Der Rat der Gemeinde Finnentrop hat am Mittwoch Abend beschlossen, dass die Wiederaufnahme der Planungen vertagt wird. Und zwar auf den Herbst.

Der eindringliche Appell verfehlte seine Wirkung: Finnentrops Bürgermeister Dietmar Heß warb Mittwoch Abend in der Ratssitzung vehement dafür, die Planungen für die Errichtung von Windenergieanlagen wieder aufzunehmen.

Doch auf Antrag von Ralf Helmig (CDU) entschied das kommunale Gremium bei zwei Enthaltungen und einer Gegenstimme: Die Planungen bleiben vorerst ausgesetzt, über den Antrag wird vermutlich erst im Herbst entschieden.

Bekanntlich hatte der Rat bereits in seiner Februar-Sitzung beschlossen, das Planverfahren zur Ausweisung von Vorrang-Gebieten für Windenergie-Anlagen auszusetzen und die Entwicklung der Landes- und Bundespolitik abzuwarten. Denn aus dem Windenergie-Erlass ging seinerzeit etwa nicht heraus, ob der Bau von Windenergie-Anlagen 1500 Meter entfernt von Wohngebieten klar geregelt sei oder nicht.

Nun liegt seit einigen Tagen der novellierte Erlass vor. Und: „Wir können jetzt vom geltenden Recht ausgehen“, betonte Finnentrops Erster Mann und ergänzte: „Die Sachlage hat sich nun deutlich verändert. Wir haben unseren Partnern gegenüber die Verpflichtung, wieder in die Planungen einzusteigen. Sie dürfen nicht vergessen: Wir befinden uns momentan im luftleeren Raum und eben nicht in einem Verfahren, weil das vom Rat im Februar ausgesetzt wurde.“

Ratsmitglieder kontern Heß

Hinzu komme, so Heß, dass man als Gemeinde natürlich den Prozess aktiv steuern wolle. „Nur das können wir nicht, weil wir derzeit ein Planungsverbot haben. Und wir unterhalten uns hier doch nicht über Genehmigungsverfahren.“

Die Kritiker sahen das allerdings anders. Ihre Argumentation: Aus dem novellierten Erlass gehe eben nicht hervor, ob die Abstandsregelung nun wirklich klar geregelt sei. „Ich sehe keine Rechtsklarheit“, betonte etwa Günter Linn von der UWG. Und Daniel Gerk von der SPD ergänzte: „Es sind noch einige Unklarheiten vorhanden. Deshalb ist es nicht möglich, in die Planungen wieder einzusteigen.“ Und auch Christian Vollmert von den Freien Wählern vermisste die Klarheit bei der Stellungnahme des Städte- und Gemeindebundes. Fazit: Das Thema Windenergie bleibt weiter ungeklärt.

Link zum Originaltext in der Westfälischen Rundschau

 

Sauerlandkurier vom 09.06.2018

Sauerlandkurier vom 19.05.2018

 

 

Lokalplus, Ina Hoffmann, 18.05.2018

Serkenrode. Die Unternehmen SL Windenergie aus Gladbeck und die Ostwind-Gruppe aus Essen veranstalteten am Donnerstag, 17. Mai, einen Infotag über die von ihnen geplanten vier Windenergieanlagen in Ramscheid. Dabei konnten die Bürger die Position der Windkraftunternehmen kennenlernen und mehr über die vier geplanten Anlagen erfahren.
Bei dem Infotag wurden Schaubilder und Tafeln zu verschiedenen Themen rund um die Windenergie wie Infraschall, Schlagschatten oder Artenschutz in der Schützenhalle verteilt, sodass die Bürger sich selbst umschauen konnten. „Bei Nachfragen und für weitere Informationen stehen ihnen unsere Mitarbeiter zur Verfügung. Wir wollten weg von diesen Frontvorträgen, bei denen man glaubt, einem würde eine Meinung aufgedrückt. Man kann erstmal Eindrücke sammeln und unsere Position zu Windenergie-Themen kennenlernen“, erklärt Joachim Schulenburg, Leiter der Projektentwicklung bei SL Windenergie.

Geplant ist die Errichtung von vier Windkraftanlagen, von denen drei von SL Windenergie und eine von der Ostwind-Gruppe betrieben werden sollen, in Ramscheid. Diese sollen bei einem Rotordurchmesser von 150 Metern eine Höhe von etwa 240 Metern haben und Energie für knapp 14.000 Dreipersonenhaushalte im Jahr erwirtschaften.

Seit vier Jahren in Kontakt mit Kommune
Bereits vor vier Jahren hatte der Rat der Gemeinde Finnentrop mit einem Beschluss das Verfahren zur Ausweisung von Konzentrationszonen für Windenergienutzung in die Wege geleitet, um selbst mitbestimmen zu können, wo Windkraftanlagen gebaut werden sollen. „Damals sind wir auf die Gemeinde zugekommen, als wir erfahren haben, dass es hier Flächen geben wird, auf denen man Anlagen errichten könnte“, so Joachim Schulenburg. Dass dies bereits zu einem so frühen Zeitpunkt, ohne konkrete Ergebnisse und Beschlüsse, passiert ist, sei dabei nicht ungewöhnlich.

Verbindliche Absprachen zwischen der Gemeinde und den Windpark-Betreibern gibt es auch jetzt, vier Jahre später, noch nicht, da der endgültige Flächennutzungsplan noch nicht beschlossen ist. Trotzdem wurden bereits Pachtverträge mit einigen Grundstückseigentümern abgeschlossen, um bei einem Ratsbeschluss mit den Planungen möglichst schnell fortfahren zu können.

Unsichere Rechtslage
„Wir verstehen, dass es auch in den Kommunen große Unsicherheit rund um das Thema Windenergie gibt wegen der nicht geklärten Rechtslage“, so Schulenburg. Auch wenn der Gemeinderat im Februar das Thema für bis zu 12 Monate von der Tagesordnung gestrichen hat, um Entwicklungen auf Landesebene abzuwarten (LokalPlus berichtete), wolle man seitens der Unternehmen keinen Druck ausüben, um schneller zu einer Entscheidung zu kommen. „Wir haben kein Interesse daran, gegen den Willen der Gemeinde Anlagen zu errichten“, erklärte Schulenburg.

Trotzdem betonte er, dass man, sollte es keine Ratsentscheidung geben, prüfen würde, welche Wege den Unternehmen möglich seien, um die Windkraftanlagen dennoch bauen zu dürfen, indem man beispielsweise die Anfrage an den Kreis Olpe weiterleite. Der Klageweg sei dabei erst einmal nicht eingeplant, so Schulenburg.

Emotionale Diskussionen
Den Anlagenbetreibern sind die Diskussionen in Serkenrode rund um das Thema Windkraft natürlich nicht entgangen. Obwohl die Kommune Ramscheid als Potentialfläche für Windkraftanlagen sah, ist ein Großteil der in der Umgebung lebenden Bürger gegen den Bau von Anlagen an dieser Stelle (LokalPlus berichtete). „Diese Situation erleben wir leider bei jedem Projekt aufs Neue. Oft werden uns emotionale Gründe, wie etwa ein Riss in der Gesellschaft zwischen den Befürwortern und den Gegnern, genannt, damit wir nicht bauen. Dazu muss ich sagen, dass das für uns kein ausschlaggebender Grund ist, die Anlagen nicht zu bauen“, erklärte Joachim Schulenburg.

Mathis Kieslich, Leiter der Ostwind-Niederlassung West, ergänzte: „Bei diesen Debatten soll immer die Windenergie verantwortlich sein für den Streit zwischen den Menschen und wir werden auf den reinen Profit-Gedanken reduziert. Dabei ist es absolut notwendig, sich erneuerbaren Energien zuzuwenden, weil die fossilen Brennstoffe zur Neige gehen. Dass aufgrund von Emotionen auf diese notwendige Entwicklung verzichtet wird, ist nicht realistisch.“

Geplante Ausstattung der Anlagen
Alle geplanten Anlagen sollen mit speziellen Profilen an den Rotorblättern ausgestattet werden, sodass der Geräuschpegel gegenüber alten Anlagen deutlich reduziert wird.

„Der Schattenwurf wird hier vor Ort kein Problem werden“, versprach Joachim Schulenburg. „Es wurden bereits Berechnungen dazu angefertigt. Außerdem gibt es in dem Bereich strenge Grenzwerte. Kein Wohnhaus wird mit mehr als acht Stunden Schattenwurf im gesamten Jahr betroffen sein“.

Zudem sei nicht mit Eiswurf zu rechnen, da die Anlagen mit Detektoren ausgestattet werden sollen, die bei Eisansatz an den Flügeln den Betrieb stoppen und erst wieder in Gang setzt, wenn die Rotorblätter eisfrei seien.

Artenschutz
Da viele Bürger Bedenken zum Thema Artenschutz aussprachen, wurden für die geplanten Standorte Untersuchungen von zwei unabhängigen Artenschutzgutachtern durchgeführt, die jeweils über ein Jahr hinweg die Tiere beobachten. Dabei standen als windsensibel eingestufte Arten wie der Rotmilan im Fokus.

Als Ergebnis habe man festgestellt, dass kein erhöhtes Tötungsrisiko durch den Bau und den Betrieb der Windkraftanlagen bestehe. Auch wegen der in der Umgebung vorkommenden Fledermäuse sollen Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden: So sollen die Anlagen nachts zu Zeiten des Fledermausflugs abgeschaltet werden.

Aufforstung und landwirtschaftliche Aufwertung
Trotzdem sei der Eingriff in die Natur immer wieder ein großes Thema, so Schulenburg. Insgesamt sollen in Ramscheid durch den Bau der vier geplanten Anlagen 0,55 Hektar Waldflächen wegfallen. „Wir sind gesetzlich dazu verpflichtet diese Fläche auszugleichen. Für jeden Quadratmeter wird die genutzte Fläche an anderer Stelle doppelt bis dreifach kompensiert“, erklärte er. Das bedeutet, dass die Unternehmen 250.000 Euro dafür zur Verfügung stellen müssen, um die Umgebung rund um Ramscheid aufzuforsten und landschaftlich wieder aufzuwerten. „Wo und was genau gemacht wird, entscheidet dabei der Kreis“, erklärte Schulenburg.

Bestehende Wege nutzen
Die geplanten Anlagen sollen zudem so liegen, dass möglichst bereits bestehende Wege genutzt werden können. Der von der Ostwind-Gruppe ins Auge gefasste Standort liegt auf der ehemaligen Raketenstation, sodass keine zusätzlichen Schäden entstehen sollen und die brach liegende Fläche umgenutzt werden kann.

Zudem sollen keine Hochspannungsleitungen das Landschaftsbild verunstalten, da die Unternehmen planen den gewonnenen Strom über Erdkabel abzuleiten.

Wenn nach den geplanten 25 Jahren der Betrieb der Windenergieanlagen eingestellt wird, sollen die Anlagen komplett inklusive Fundament zurückgebaut werden. Um dies sicherzustellen, würde bereits vor Baubeginn bei der Kreisverwaltung eine Bürgschaft in Höhe der Rückbaukosten hinterlegt.

(Copyright: Lokalplus)

 

 

Westfalenpost/Rundschau vom 17.05.2018

https://www.wp.de/staedte/kreis-olpe/geplanter-windpark-in-finnentrop-ramscheid-spaltet-die-lager-id214320507.html

Windenergieanlage
von Flemming Krause

Geplanter Windpark in Finnentrop-Ramscheid spaltet die Lager

Serkenrode/Ramscheid. In Ramscheid könnten vier Windenergieanlagen errichtet werden. Betreiber wollen Bürgerdialog starten. Kein Protestmarsch an der Schützenhalle.

Die FÜR-Fraktion Finnentrop, bekanntlich ein Gegner der Windenergie, hatte sich reichlich Expertise und Schlagfertigkeit an den Tisch geholt. Marcus Bruse und Herbert Bartezko von Gegenwind Südwestfalen waren am Mittwochabend extra aus Attendorn beziehungsweise Sundern nach Serkenrode gekommen, um den Anwohnern zu erklären, was sie tun können, um den geplanten Bau eines Windparks mit vier Anlagen in Ramscheid zu verhindern.

„Ich kann euch nur raten, holt euch einen Banner, versammelt das ganze Dorf hinter euch und seid präsent“, gab Bartezko den Serkenrodern mit auf den Weg. Er spielte damit auf den Infotag Windenergie an, der tags drauf am Donnerstag in der Serkenroder Schützenhalle stattfand. Dort hatten sich am Nachmittag die SL Windenergie aus Gladbeck und die Ostwind-Gruppe aus Essen mit mehreren Info-Tafeln breit gemacht. Denn der Bürgerdialog sei ihnen enorm wichtig, betonte Joachim Schulenburg, Leiter Projektentwicklung der SL.

Von einer kleinen Protestbewegung indes nahmen die Serkenroder Abstand, lediglich zu Informationszwecken fanden sie sich in der Halle ein. „Für mich ist das nicht so wirklich nachvollziehbar“, erklärte Christian Vollmert, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler. „Immerhin wäre dies die einzige Möglichkeit, etwas zu bewegen.“
Keine Alternative zur Windenergie

So nahm die Veranstaltung ihren geplanten Verlauf. Und die beiden Windbetreiber übermittelten den Anwesenden ihre Position. Joachim Schulenburg erläuterte: „Wir sind der Auffassung, dass wir die Leute vor Ort bei so einem Projekt neu­tral informieren müssen.“ Wenngleich das Wörtchen neutral in ihrem Sinne natürlich pro Windkraft stehe.

Denn, so erklärt es Mathis Kieslich von Ostwind: „Für uns gibt es keine Alternative zur Windenergie, wir wollen doch weg von fossilen hin zu den erneuerbaren Energien mit dem klaren Ziel Klimaschutz.“ Und Schulenburg ergänzt beschwichtigend in Richtung der Kritiker: „Wenn wir als Betreiber so ein Projekt durchführen, wollen wir die Wertschöpfungskette auch kommunal belassen und die Anlagen nach ihrem Bau nicht veräußern.“

Momentan herrscht Stillstand

Auf die Grundstückseigentümer, auf deren Besitz die Anlagen kommen könnten, sei man auch bereits zugegangen und habe entsprechende Pachtverträge abgeschlossen. Bei einem möglichen Bau würden die Betreiber zudem auf wesentliche Themen wie etwa den Artenschutz und den Erhalt des Landschaftsbildes achten. Um diesen Standpunkt klar zu stellen, habe man zum Infotag geladen.

Bis es zu einer möglichen Umsetzung kommt, können hingegen noch einige Monate ins Land verstreichen. Denn der Rat der Gemeinde Finnentrop hat, wie bereits berichtet, im Februar alle Planungen in Sachen Windkraft vorerst, aber längstens für ein Jahr, ausgesetzt, um die Entwicklung der Landes- und Bundespolitik abzuwarten. „Aus unserer Sicht besteht dafür keine Notwendigkeit und die Aussetzung des Planungsprozesses kann jederzeit aufgehoben werden“, hoffen SL und Ostwind darauf, möglichst schnell wieder in Gespräche mit der Gemeinde zu treten.

Das wiederum hoffen die Windkraftgegner nicht, denn eine der größten Sorgen der Serkenroder sei, dass ein solcher Windpark eine Dorfgemeinschaft entzweien könnte. Zu ihnen gehört auch ein älterer Mann aus Serkenrode, der konzentriert vor einer Infotafel steht. „Ich habe großes Interesse daran, was passiert, denn ich bin betroffen. Auf meinem Grundstück soll eine Anlage entstehen, davon bin ich nicht begeistert. Ich möchte den Wald erhalten.“
Infobox Anlagen des Herstellers Vestats vom Typ V-150

Sollte sich die Politik für den Bau der vier Windenergieanlagen entscheiden, würden die Betreiber auf die Anlagen des Herstellers Vestas vom Typ V-150 zurückgreifen. Die SL Windenergie wäre dann Betreiber von drei Anlagen, Ostwind von einer.

Die Anlagen würden eine maximale Nabenhöhe von 166 Meter erreichen und auf eine Gesamthöhe von 241 Metern kommen. Der Rotordurchmesser betrüge 150 Meter.

Der Energieertrag des Windparks würde bei rund 60 Millionen Kilowattstunden liegen, mit dieser Leitung könnten etwa14 000 Dreipersonenhaushalte im Jahr versorgt werden.

Das eingesparte CO2 beziffern die Betreiber auf etwa
45 000 Tonnen.

Unabhängig vom derzeitigen Moratorium führen die beiden Betreiberfirmen ihre technischen Planungen fort und gehen laut eigener Aussage davon aus, dass die Gemeinde Finnentrop die dem Moratorium zu Grunde liegenden Fragestellungen im Laufe des Jahres klärt, damit die Betreiber ihre Planungen weiter fortsetzen können. Denn irgendwann brauchten sie auch Planungssicherheit.

 

 

16.05.18, Mittwoch, 18.00 Uhr, Freizeit- und Bildungsstätte Serkenrode
Öffentliche Fraktionssitzung der Freien Wähler FÜR Finnentrop

„Auf der Tagesordnung stehen unter anderem die Auswirkungen des neuen Landesentwicklungsplans auf die Planungen zur Windkraft in der Gemeinde Finnentrop und die aktuellen Entwicklungen zur Bigge-Lenne-Gesamtschule. Im Rahmen der Veranstaltung besteht die Gelegenheit zu einem offenen Meinungsaustausch.“

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17. 05.18, Donnerstag,16.00 – 20.00 Uhr, Schützenhalle Serkenrode
„Infotag Windenergie“ von SL WindEnergie aus Gladbeck und  Ostwind-Gruppe aus Essen

„Serkenrode. Vier Windenergieanlagen sollen im Bereich Ramscheid entstehen. Interessenten für das Gebiet zwischen Schöndelt und Serkenrode sind SL WindEnergie aus Gladbeck und die Ostwind-Gruppe aus Essen. Die beiden Investoren laden die Öffentlichkeit für Mittwoch, 17. Mai, zu einem „Infotag Windenergie“ in die Schützenhalle Serkenrode ein.
„Interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich an verschiedenen Themenständen über die Windenergie im Allgemeinen und konkret über das Projekt in Finnentrop informieren“, heißt es in einer gemeinsam verfassten Einladung. Die Veranstaltung ist von 16 bis 20 Uhr angesetzt.

Bei dem Bereich Ramscheid handle es sich um den „Suchraum 6“ – und damit um einen „bekannten Suchbereich, den wir auch im Visier haben“, sagte Finnentrops Bürgermeister Dietmar Heß am Freitag, 4. Mai, auf LokalPlus-Anfrage. Der als „Buchhagen“ bekannte Teil des Suchraums, das ehemalige Nato-Gelände, sei im Besitz der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben und bereits an den Windparkerrichter und –projektierer Ostwind verpachtet worden. An der restlichen Fläche sei die auf Photovoltaikanlagen und Windenergieanlagen spezialisierte Unternehmensgruppe SL NaturEnergie interessiert.

„Das sind alles Partner, die wir kennen und mit denen wir vertrauensvoll zusammenarbeiten“, hatte Dietmar Heß im November über die Windkraft-Investoren gesagt, mit denen die Gemeinde verhandelt. Mit Ausnahme des Bereichs „Buchhagen“ wolle sich die Kommune wie angekündigt an den Investitionen beteiligen und Projektgesellschaften gründen (LokalPlus berichtete).“

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Windkraftgegener im Interview

Christoph Gerhard und Marcus Bruse im Gespräch mit WP Mitarbeiter Josef Schmidt, 23.03.2018

Und hier als .pdf-Datei

 

Dorfgemeinschaft vor Schaden bewahren

Informationsveranstaltung der Interessengemeinschaft „Gegenwind Frettertal“

Friedhelm Tomba, Sauerlandkurier, 02.03.2018

Serkenrode. Auf der Informationsveranstaltung der Interessengemeinschaft „Gegenwind Frettertal“, zu der am Donnerstag 450 Besucher in die Schützenhalle nach Serkenrode kamen, wurde deutlich, dass Windräder nicht nur Landschaft, Gesundheit und Immobilienpreise durcheinanderwirbeln.

Das eindringliche Schlusswort von Johannes Richter, der ruhig und sachlich durch den Abend moderierte, zog sich zuvor wie ein roter Faden durch die Versammlung. „ Bei allen kontroversen Ansichten und gegensätzlichen Interessen ist es uns wichtig, dass wir uns im gegenseitigen Respekt begegnen. Damit wollen wir unsere Dorfgemeinschaft bewahren und verhindern, dass sie dauerhaft Schaden nimmt.“

„Der Bau der Dinger ist verantwortlich für die Spaltung der Dorfgemeinschaft.“ Christof Gerhard vom Bündnis „Gegenwind Südwestfalen“, der mittlerweile 52 Bürgerinitiativen und Interessengemeinschaften angehören, referierte als Fachmann und Betroffener. „Früher bin ich mit dem Traktor über die Wiese meines Nachbarns gefahren, das darf ich heute nicht mehr. Er ist für, ich gegen die Windräder. Mich persönlich macht die Situation im Dorf traurig, denn unsere Kinder kommen nicht in ihre Heimat zurück. Wir werden unser Haus eines Tages verkaufen, allerdings müssen wir durch die Windräder einen 30-prozentigen Wertverlust hinnehmen. Und ich rede von „nur“ drei Windrädern.“

Dass im oberen Frettertal vierzehn, jeweils rund 240 Meter hohe Windräder aufgestellt werden sollen, ist schon lange kein Geheimnis mehr.

Gesundheitsrisiken immer noch Thema

Der Mann aus Rehringhausen ging mit der Windkraft hart ins Gericht, verdeutlicht auf Folien und Tabellen: „Das ist keine Energie- sondern eine Stromwende. Es liegt jede Menge Geld im Schaufenster, das sich irgendwer holen will. Dabei gibt es in Deutschland bereits genug Windräder; was fehlt ist Speichermöglichkeit. Gut, ich kann irgendwie verstehen, dass 1,2 Millionen Euro an Pacht, die für den Grundstücksbesitzer in zwanzig Jahren zusammenkommen durchaus lukrativ sind. Aber der sollte dann auch bedenken, was er den Menschen und dem Dorf antut. Außerdem sollten Landverpächter bedenken, dass beim Rückbau der Anlagen der Eigentümer zu Verantwortung gezogen wird.“

Die IG „Gegenwind Frettertal“, der etwa 80 Familien angehören, präsentierte mit Dr. Jochen Ulrich einen weiteren Redner, der sich dem Gesundheitsrisiko durch Windkraftanlagen widmete. Die Besucher erfuhren, dass sich hinter der ärztlichen Diagnose „T 75.2“ ganz offiziell Gesundheitsschäden durch Infraschall von Windkraftanlangen“ verbirgt. Depressionen, Angstzustände, Tinnitus und Schlafstörungen können laut Ulrich durch Infraschall entstehen. „Lärm ist nicht nur das, was man hört. Je größer eine Windenergieanlage, umso mehr wird das Schallspektrum in den nicht hörbaren, aber spürbaren Bereich verschoben. Dagegen gibt es keinen Schutz, nur genügend Abstand kann schützen.“
Infraschall als große Gefahr

Nach den medizinischen Erkenntnissen gab es zwei vielbeachtete Wortbeiträge von Bürgern aus Finnentrop. Neben Dieter Bitter meldete sich Clemens Bernemann zu Wort, der bereits 2014 in einem Vortrag auf die Gefahr der verminderten Lebensqualität im Fretteral hingewiesen hatte. „Ihr habt hier eine wunderschöne Landschaft. Äcker und Wälder gehören den Landwirten, aber die Landschaft gehört denen nicht. Die Gefahr des Infraschalls spielt eine große Rolle. Die politische Haltung in Finnentrop kann ich nicht nachvollziehen: Wenn ich nicht weiß, ob etwas Schaden oder Nutzen mit sich bringt, lasse ich doch vorerst besser die Finger davon.“ Dabei spielte er auf eine Studie aus Dänemark an, die sich mit den Folgen des Infraschalls befasst und noch in diesem Jahr veröffentlicht wird.

Moderator Johannes Richter bedankte sich bei Rednern und Gästen; zu denen auch viele Ratsmitglieder aus der Gemeinde Finnentrop und Besucher aus dem benachbarten Hochsauerlandkreis gehörten. „Wir wollen die erneuerbare Energie nicht in Frage stellen. Es hat sich aber die Erkenntnis durchgesetzt, dass wir mit dem Bau von beliebig vielen Windädern an beliebig vielen Stellen nicht mehr weiter machen können. Wir müssen die berechtigten Interessen von Anwohnern schützen, unsere Umwelt und Natur bewahren und unsere Heimat erhalten.“

Link zum Original-Artikel im Sauerlandkurier

 

 

450 Besucher folgen Einladung der IG Gegenwind Frettertal – bei allen Kontroversen: Intakte Dorfgemeinschaft soll bewahrt werden

Martin Droste, WP, 01.03.2018

Zwar hat der Rat der Gemeinde Finnentrop die Planung von Windkraftanlagen für zwölf Monate auf Eis gelegt. Aber der Bau von bis zu 240 Meter hohen Windrädern rund um Serkenrode und Schöndelt ist nach wie vor ein heißes Eisen im Frettertal. So folgten am Mittwochabend rund 450 Bürger der Einladung der Interessengemeinschaft Gegenwind Frettertal und informierten sich in der rappelvollen Schützenhalle Serkenrode über die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Beeinträchtigungen durch diese riesigen Industrieanlagen in der schönen Landschaft. Windkraftbefürworter kamen nicht zu Wort.

Thema Infraschall

Dr. Joachim Ullrich aus dem Siegtal ist ebenfalls ein betroffener Bürger, was die Errichtung von Windrädern betrifft. „Bei uns sollten 40 Anlagen gebaut worden.“ Und deshalb ist der Frauenarzt aktiv geworden und hat sich besonders mit dem Thema Infraschall beschäftigt. Das sind Schallwellen, die der Mensch nicht hören, nach Überzeugung von Joachim Ullrich aber spüren kann. „Gegen niederfrequente Schallemissionen gibt es keinen Schutz“, ist der Mediziner überzeugt und präsentierte Studien zu möglichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen. „Wehren sie sich, solange es noch geht. Wenn die Dinger stehen, ist es meistens schon zu spät“, appellierte Dr. Ullrich an die Zuhörer.

in erklärter Gegner von Windkraftanlagen ist Christof Gerhard. Der erste Vorsitzende der Bürgerinitiative Rehringhauser Berge kämpft schon seit einigen Jahren gegen Windräder, die nach seiner Meinung wirtschaftlich unsinnig, gesundheitsgefährdend und unsozial sind. „Es geht ausschließlich um ganz viel Geld. Hier werden unglaubliche Werte vernichtet“, wetterte Gerhard am Mittwochabend gegen die ungeliebte alternative Energie aus Windkraft.

„Mit den Windrädern kann man nicht die Welt retten, was CO2 betrifft.“ Für den Mann aus Rehringhausen macht der Bau neuer Anlagen überhaupt keinen Sinn. Zumal auch die Speichermöglichkeiten fehlten. Die privilegierte Einspeisung von Strom aus Windenergie und Photovoltaik gefährde die Netzstabilität und könne zu Strom-Blackouts führen.

Besonders angetan hat Christof Gerhard, der auch an der Spitze des 52 Bürgerinitiativen umfassenden Bündnisses Gegenwind Südwestfalen steht, das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Das regelt die bevorzugte Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Quellen und garantiert feste Einspeisevergütungen. Für Gerhard ist das Gesetz angesichts steigender Strompreise ein „volkswirtschaftliches Desaster“ und müsse deshalb ersatzlos gestrichen werden.

50 000 Euro Pacht im Jahr

Der Rehringhauser hat in seinem kleinen Ort selbst erlebt, wie das Thema Windkraft die Dorfgemeinschaft spalten kann. „Bei 50 000 Euro Pacht im Jahr kann jeder verstehen, dass darüber nachgedacht wird“, zeigte Christof Gerhard ein gewisses Verständnis, dass Grundstückseigentümer ins Grübeln kommen. Auf der anderen Seite verwies er auf die Risiken beim Rückbau dieser „Industrieanlagen im Wald“ in 20 Jahren. „Das ist ein ganz heißes Thema“, warnte Gerhard auch vor möglichen Veränderungen des Trinkwasserspiegels und der Trinkwasserqualität. Vor allem ein Werteverlust ihrer Immobilien dürfte viele Frettertaler beschäftigen. So geht Christof Gerhard schon bei einem Abstand von 1000 Meter zu einem Windrad von einem Verlust von bis zu 30 Prozent aus. „Und das alles für etwas, was keinen Sinn macht“, schüttelte der Windkraftgegner den Kopf.

Moderiert wurde der Abend in Serkenrode von Johannes Richter. Der schloss die Info-Veranstaltung in der Schützenhalle mit einem eindringlichen Appell: „Uns allen von der IG Gegenwind Frettertal liegt eines ganz besonders am Herzen: Bei allen kontroversen Ansichten und gegensätzlichen Interessen ist es uns wichtig, dass wir uns im gegenseitigen Respekt begegnen und somit eines bewahren: eine intakte Dorfgemeinschaft, die dauerhaft keinen Schaden nimmt.“

Link zum Originalartikel in der WP

 

Experten klären über Hintergründe auf

Bürgerinitiative „Gegenwind Frettertal“ informiert über Windenergie

Ina Hoffmann, Lokalplus, 01.03.2018

Serkenrode. Die Interessengemeinschaft „Gegenwind Frettertal“ hatte am Mittwoch, 28. Februar, zu einer Infoveranstaltung rund um das Thema „Windkraft: Wunsch und Wirklichkeit“ eingeladen. Experten informierten etwa 450 besorgte Bewohner des Frettertals über wichtige Fakten rund um Windkraft.
Als im vergangenen Sommer bekannt wurde, dass 14 Windkraftanlagen in nur zwei Kilometer Luftlinie des Serkenroder Ortskerns errichtet werden sollen, waren insbesondere junge Familien besorgt. Erst kurz zuvor waren in Serkenrode zwei Straßenzüge geschaffen worden, wo zahlreiche Häuser von junge Familien gebaut wurden.

Für zwei Berge in zwei Kilometern Luftlinie von Serkenrode sind Windräder mit einer Gesamthöhe von rund 230 Metern geplant worden. Damit wären sie die höchsten Bauwerke der Gemeinde Finnentrop. Zum Vergleich: der Kölner Dom misst gerade einmal 150 Meter Höhe. Dagegen wirken die bisher erbauten drei Windräder mit einer Höhe von 69 Metern noch klein.

Lebensraum lebenswert erhalten

Inzwischen besteht „Gegenwind Frettertal“ aus 84 Familien aus Serkenrode, Weuspert, Fretter, Schöndelt und Schliprüthen. „Wir sehen es als unsere Aufgabe unseren Lebensraum lebenwert zu erhalten“, so Johannes Richter von der Bürgerinitiative, der als Moderator durch den Abend führte. Doch nicht alle sind gegen den Bau der Windräder – die Frage nach der Erbauung spaltet das Frettertal. Deshalb sah es die Bürgerinitiative an der Zeit sachlich über das Thema zu informieren.

„Niemand von uns möchte sich dem Einsatz von erneuerbaren Energien entgegensetzen. Wir wollen ja den Lebensraum für uns, unsere Kinder und folgende Generationen schützen und besser machen und nicht zerstören. Atomkraft, Steinkohlekraftwerke und Feinstaubbelastung sind Dinge, die wir nicht möchten. Aber die Windkraft ist nicht das Gelbe vom Ei – wie es aber mit Nachdruck versucht wird, in die Köpfe der Bürger zu setzen. Wir akzeptieren, dass verschiedene Personen wirtschaftliche Interessen verfolgen und so natürlich pro Windkraft sind. Aber es gibt auch die, die erkannt haben, dass Windkraft jeglicher Logik entbehrt. Und die in erster Linie unser Lebensumfeld lebenswert erhalten wollen und denen unsere Heimat sowie der Personen- und Naturschutz am Herzen liegt. Dafür möchten wir uns einsetzen“, erklärt Johannes Richter.

Wirtschaftlichkeit und Wertverlust

Christof Gerhard informierte über „Windkraft, Wirtschaftlichkeit und Wertverluste“. So wusste er zu berichten, dass die Windenergie bereits seit 18 Jahren vom Staat subventioniert wird, obwohl mit dem Wind wie auch mit der Sonne lediglich sogenannter Zufallsstrom gewonnen wird. „Denn auch wenn man uns das immer weiß machen möchte, weht eben nicht immer irgendwo Wind“, so Gerhard.

Obwohl der Neubau von Windkraftanlagen seit Jahren stetig zunehme, steige die damit gewonnene Energie nicht an – und das aus einem einfachen Grund: Es sei nach wie vor nicht möglich, den Strom aus Windkraftanlagen zu speichern. So entstehen an windigen Tagen Überproduktionen, die zeitweise sogar das Stromnetz lahmlegen können, und die dann, weil sie nicht gespeichert werden können, zu Negativpreisen ins Ausland verkauft werden müssten.

Das muss man sich mal vorstellen: Wir zahlen Geld dafür, dass jemand unseren sauberen Strom kauft und müssen im Gegenzug trotzdem Strom aus dem Ausland kaufen, der mit Atomkraftwerken produziert wird, weil die Energie aus Windkraftanlagen nicht beständig genug fließt, um damit unseren Strombedarf zu decken“, gab Gerhard zu bedenken. Mit dem Strom der in einem Jahr auf diese Weise verkauft werden müsse, könnten 1,5 Millionen Haushalte versorgt werden, wenn es möglich wäre den Strom zu speichern. „Solange das nicht möglich ist, ist es absolut unsinnig noch mehr Anlagen zu bauen“, so Gerhards Fazit.

Eine Tatsache, die vielen Bewohnern des Frettertals aufstoßen dürfte, ist der Wertverlust der Wohnhäuser. Denn wie Christof Gerhard informierte, würden durch den Bau der Windkraftanlagen in einem Kilometer Entfernung die Preise der Immobilien um 30 Prozent sinken.

Nachteile für Verpächter

Auch diejenigen, die überlegen ihr Land an die Betreiber der Windkraftanlagen zu verpachten, sollten laut Gerhard nicht nur an den Profit denken, der pro Jahr immerhin bis zu 50.000 Euro bedeuten könnte. „Letzlich werden die Verpächter häufig zur Verantwortung gezogen, sollte es zu Veränderungen des Trinkwasserspiegels, Bodenkontamination oder anderen Komplikationen kommen. Und der Rückbau der Anlagen bleibt auch oft an den Verpächtern hängen – und der frisst fast 50 Prozent dessen, was als Pacht in 20 Jahren rein kommt“, so Gerhard.

Gesundheitsschäden durch Infraschall

Dr. Joachim Ullrich referierte über die möglichen Gesundheitsgefährdungen, insbesondere Infraschall. Der Infraschall ist für das menschliche Ohr nicht wahrnehmbar, da er unterhalb der Hörgrenze bei etwa 16 Hertz liegt. Deshalb ist er nur durch Druckwellen körperlich spürbar. Die gesundheitlichen Folgen seien laut Dr. Ullrich vielfältig: Störung des Gleichgewichtssinns, Angstzustände, Depressionen, verminderte Leistungsfähigkeit, schnelle Ermüdung, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Herzerkrankungen oder Herabsetzen der Atemfrequenz. „Leider werden die gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch Infraschall in Deutschland immer noch nicht ernst genommen“, so Dr. Ullrich.

In naher Zukunft werden die geplanten 14 Windräder im Frettertal zwar nicht gebaut, doch nur weil die Gemeinde Finnentrop in der Ratssitzung am Dienstag, 20. Februar, die Planungen für Windkraftanlagen ausgesetzt hat, sind die Pläne noch lange nicht vom Tisch (LokalPlus berichtete): Auf Mehrheitsbeschluss hin wurden die Planungen für maximal zwölf Monate ausgesetzt, bis politische Entscheidungen zu diesem Thema auf Landes und Bundesebene gefällt wurden.

 

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Finnentroper Wende in Sachen Windenergie

Gunnar Steinbach 21.02.2018 – 01:11 Uhr

Finnentrop. Der Rat der Gemeinde Finnentrop hat gestern Abend eine Kehrtwende in der Windkraftpolitik beschlossen. Auf Antrag der CDU beschloss eine GroKo aus Union, SPD und UWG alle Planungen in Sachen Windkraft für längstens zwölf Monate einzustellen und die Entwicklung der Landes- und Bundespolitik abzuwarten.

Der Rat der Gemeinde Finnentrop hat gestern Abend eine Kehrtwende in der Windkraftpolitik beschlossen. Auf Antrag der CDU beschloss eine GroKo aus Union, SPD und UWG alle Planungen in Sachen Windkraft für längstens zwölf Monate einzustellen und die Entwicklung der Landes- und Bundespolitik abzuwarten.

CDU-Fraktionsvorsitzender Ralf Helmig hatte argumentiert, dass im Rahmen der anstehenden Entscheidungen möglicherweise die Privilegierung von Windkraftanlagen abgeschafft werden könnte. Dann wären die Grundlagen für eine Bauleitplanung, wie sie Finnentrop betreibe, grundsätzlich anders. Sollte sich vor Ablauf der zwölf Monate herausstellen, dass sich nichts Wesentliches ändere, würden die Planungen wieder aufgenommen.

Gegenstimmen kamen aus der auf diesem Planeten eigentlich nicht für möglich gehaltenen gemeinsamen Opposition aus Bürgermeister Heß und der FÜR-Fraktion. Die Ablehnung speiste sich aber auch gegensätzlichen Motiven. Der FÜR-Fraktion ging der CDU-Antrag nicht weit genug, sie wollte die zwölf Monate festgeschrieben haben, Bürgermeister Dietmar Heß wollte den Antrag nicht mitverantworten. Er hatte daran erinnert, dass Ziel der Bauleitplanung sei, die Errichtung von Windkraftanlagen zu steuern und Wildwuchs zu verhindern: „Wer aus der Planung aussteigt, steigt aus der Steuerung aus.“ Außerdem erinnerte er an vertragliche Verpflichtungen, die die Gemeinde mit Investoren eingegangen sei: „Da sind zwölf Monate nicht zu rechtfertigen.“ Seine Befürchtung: Der Ratsbeschluss könnte der Gemeinde als Verhinderungsplanung ausgelegt werden und sie vor Gericht angreifbar machen.

Grund für Abstimmung war der Antrag von acht Bürgern aus dem Frettertal, die Bauleitplanung auszusetzen.

Zurückgestellt wurde von einer Ratsmehrheit auch ein Antrag der Mark-E, die gefordert hatte, das Suchgebiet nördlich von Ostentrop wieder auf den ursprünglichen Zuschnitt auszudehnen, weil Windräder nicht mehr 600 Meter Abstand zum Wanderweg Sauerland Höhenflug einhalten müssten. Große Teile der CDU und SPD wollten den Antrag zurückstellen, die FÜR-Fraktionen und Mitglieder anderer Fraktionen wollten ihn ablehnen. In zwei Abstimmungen, einmal namentlich, entschied sich der Rat für zurückstellen.

Dass die Nerven teilweise blank liegen, belegte eine kurze Unterbrechung, die Ralf Helmig einlegen musste, weil Bürgermeister Heß mit einem Serkenroder aneinander geriet, als Heß ihm das Filmen während der Ratssitzung verbat und darauf bestand, die Filmaufnahmen sofort zu löschen.

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Rat stimmt mehrheitlich für CDU-Antrag

Windkraftplanungen liegen in Finnentrop erst einmal auf Eis

Von Barbara Sander-Graetz Redaktion, Lokalplus

Finnentrop. Die Windkraftplanungen in der Gemeinde Finnentrop liegen erst einmal auf Eis – und zwar für maximal zwölf Monate: Das hat die Mehrheit der Ratsmitglieder am Dienstagabend, 20. Februar, beschlossen und folgte damit einem Antrag der CDU-Fraktion. Die Gegenstimmen kamen von Bürgermeister Dietmar Heß und – ausgerechnet – seinen größten politischen Widersachern, den Mitgliedern der Fraktion der Freien Wähler – jedoch aus unterschiedlichen Motiven.
Die Bauleitplanung und die Aufstellung von Bebauungsplänen zur Ausweitung von Vorranggebieten für Windenergieanlagen in der Gemeinde Finnentrop sollen für maximal zwölf Monate ruhen. Diesen Antrag hatte die CDU-Fraktion kurzfristig und überraschend eingebracht und damit für einen echten Paukenschlag gesorgt. Begründung: Da nicht sicher sei, wohin der Weg in Sachen Windenergie geht, wolle man das Verfahren erst einmal ruhen lassen, so der Vorschlag. Und mögliche Neuregelungen abwarten, bevor man Entscheidungen treffe.

Doch aufgeschoben sei nicht aufgehoben. „Die neue Landesregierung beabsichtigt, einen neuen Windenergieerlass zu verabschieden. Dieser könnte die Privilegierung von Windenergieanlagen aufheben und die Abstandsmaße zu Wohngebieten neu regeln. Dieses könnte Auswirkungen auf die Bundesgesetzgebung haben“, argumentierte Helmig.
SPD stimmt zu, Freie Wähler fordern „feste“ zwölf Monate
Man wolle sich daher zeitnah mit den CDU-Fraktionen in Land und Bund in Verbindung setzen, um sich über die weiteren Planungen in diesem Bereich zu informieren. „Sollten sich neue Erkenntnisse ergeben, werden wir auch vor Ablauf der zwölf Monate wieder in Beratungen eintreten“, so Helmig weiter. Und andernfalls: „Sollte innerhalb der zwölf Monate nichts geschehen, wollen wir die Verhandlungen an dem jetzigen Punkt wieder aufnehmen.“

Zustimmung erhielt der CDU-Antrag von der SPD-Fraktion, während die Ratsmitglieder der Freien Wähler in Person des Fraktionsvorsitzenden Christian Vollmert eine Sitzungsunterbrechung beantragten, um sich intern beraten zu können. Dem wurde stattgegeben. Nach der Unterbrechung erklärte Vollmert, die FÜR-Fraktion könne sich dem Antrag grundsätzlich anschließen. „Wir freuen uns, dass die CDU endlich zur Vernunft gekommen ist“, sagte Vollmert ironisch. Allerdings forderte seine Fraktion eine definitive Festschreibung zur Aussetzung von Windkraftplanungen auf zwölf Monate. „Sonst wird hinterher nach vier Wochen weiter diskutiert“, so Vollmerts Befürchtung.
Tiggemann: „Zeit gewinnen in politisch ungewissen Zeiten“
Das konnte und wollte Helmig nicht ausschließen. „Allerdings nur, wenn es eine deutliche Änderung im Baugesetzbuch gibt. Dann macht es keinen Sinn, weiter zu warten“, erklärte der CDU-Chef im Rat. Sein Fraktionskollege Edgar Tiggemann machte deutlich, dass eine zeitliche Begrenzung der Aussetzung auch bei einer eventuellen Klage besser darzustellen sei. „So gewinnen wir erst einmal Zeit in politisch ungewissen Zeiten“, spielte er auf die noch ausstehende Entscheidung der schwarz-gelben Landesregierung in Sachen Windkraft und Abstandsregelungen an.

Bürgermeister Dietmar Heß war zuvor nochmals auf die Geschichte der Windkraft in der Gemeinde eingegangen. Er hob die frühzeitige Bürgerbeteiligung hervor und machte klar, dass zum jetzigen Zeitpunkt nichts über endgültige Standorte entschieden sei. „Der Rat hat sich für Suchgebiete in der Gemeinde entschieden. Mir als Bürgermeister steht es nicht zu, das in Frage zu stellen“, sagte Heß. Er verwies erneut darauf, dass das Verfahren zur Aufstellung von Windkraftanlagen nach derzeitigem Stand nur dann von der Gemeinde gesteuert werden könne, wenn diese selbst Vorrangzonen ausweise: „Wir planen nicht, um jemanden zu ärgern, sondern im Sinne der Bürger und um die Windkraft hier zu begrenzen. Wir wollen Wildwuchs vermeiden.“

Heß warnt vor „gefährlichem Pflaster“

Er selbst sei daher dagegen, das Verfahren jetzt ruhen zu lassen, denn: „Wir begeben uns damit auf gefährliches Pflaster und geben so eventuell die Planungen aus der Hand.“ Laut Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD auf Bundesebene seien nämlich zusätzliche Windenergie-Erzeugungskapazitäten in den Jahren 2019 und 2020 vorgesehen, die über die bisherigen 2800 Megawatt pro Jahr hinaus gehen sollen. Für Heß ein eindeutiges Indiz dafür, dass damit Ausbauobergrenzen für Windanlagen gemeint sein dürften.

Daher stimmte der Bürgermeister Heß gegen den CDU-Antrag. Auch die Ratsmitglieder der Freien Wähler sprachen sich bei der Abstimmung gegen den christdemokratischen Antrag aus – allerdings eben aus dem Grund, dass sie unbedingt die Festschreibung der Aussetzung von Windkraftplanungen zeitlich nicht befristen wollten. Es blieb bei den letztendlich fünf Gegenstimmen, der CDU-Antrag war damit mehrheitlich angenommen. Damit kam ein Bürgerantrag, die Ausweisung von Vorrangzonen einstweilig einzustellen, erst gar nicht mehr auf die Tagesordnung.

Mark-E-Antrag ruht nun ebenfalls

Auch der Antrag des Energieversorgers Mark-E, der die Anpassung des Windkraft-Suchraumes 5 (Ostentrop) forderte, war schnell vom Tisch. In einer von der Fraktion der Freien Wähler beantragten namentlichen Abstimmung votierten 21 Ratsmitglieder dafür, diesen Antrag ebenfalls ruhen zu lassen. Die Freien Wähler hingegen wollten, dass der Antrag abgelehnt wird, fanden aber dafür keine Mehrheit.

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Interessengemeinschaft wehrt sich gegen „Verspargelung der Höhenzüge“
„Gegenwind“ aus dem Frettertal in Richtung Rathaus

Hartmut Poggel, 10.02.2018

Serkenrode/Frettertal. Aus dem Frettertal weht Bürgermeister Dietmar Heß ein heftiger Sturm entgegen. Unter dem Namen „Gegenwind Frettertal“ haben sich rund 70 Familien aus Serkenrode, Fretter, Weuspert und Schöndelt zu einer Interessengemeinschaft (IG) zusammengeschlossen. Ihr Ziel: Umdenken in der Energiewende und verhindern der „Verspargelung“ der Höhenzüge des oberen Frettertales.

Es sind aber nicht nur ästhetische Gründe, sondern vor allem die Sorge vor gesundheitlichen Beeinträchtigungen, dem Verlust von Lebensqualität, von Zukunftsfähigkeit der Orte und massiven Wertverlusten der Immobilien. Und last but not least die Angst vor Rissen quer durch die Bevölkerung und sogar Familien.

„Konzept beginnt zu bröckeln“

„Die Energiewende kam plötzlich und unüberlegt. Gut Ding will Weile haben. Das Konzept der Bundesregierung beginnt mittlerweile zu bröckeln. Das System vom Strom, der nicht gespeichert werden kann, benötigt dringenden Handlungsbedarf. Die Gemeinde Finnentrop hat Höhen des Frettertals zu Suchräumen erklärt, die idyllische Landschaft gerät in den Spielball der Gewinnsucht“, heißt es in einem Schreiben der Initiative, das dem SauerlandKurier vorliegt. „Warum prescht der Bürgermeister in Sachen Energiewende so weit vor?“, fragt die IG. „Damit stellt er sich klar im Widerspruch gegen die aktuelle Auffassung seiner Parteikollegen. Seine eigenen CDU-Parteifreunde in EU, Land und Kreis mahnen zur Tempodrosselung, setzen auf Dialog mit den Bürgern, nur in der Gemeinde Finnentrop steht offenbar der Lockruf des Geldes über Glaube, Sitte, Heimat sowie Gesundheit, Natur und Wertverlust von Immobilien.“

Interessant zu beobachten sei, dass „sich gerade die CDU nun an die (Wieder)Aufbereitung des Themas“ mache. Aktuell berate die NRW-Landesregierung über die „Aufhebung der Privilegierung von Windenergie im Wald sowie die Streichung von Verpflichtung zur Ausweisung von Vorranggebieten von Windenergie in den Regionalplänen“. Dies erklärte auch MdL Jochen Ritter beim Neujahrstreffen der CDU in Rahrbach. Auch Europaparlamentarier Dr. Peter Liese hat klar Stellung bezogen: Er lobte ausdrücklich die Arbeit der „Arbeitsgruppe Energie“ während der „GroKo“-Verhandlungen: „…Weil die Große Koalition die Energieefizienz steigern und den Energieverbrauch senken will … ist ein weiterer drastische Zubau von Windrädern nicht erforderlich. Mit mehr Energieeffizienz können wir vermeiden, dass das Sauerland zum ,Land der 1000 Windräder‘ wird…“. „Hier geht es nicht ums St.-Floriansprinzip, das System Windkraft muss neu überdacht werden“, sagt Johannes Richter, einer der Sprecher der IG aus dem Frettertal.

Informationspolitik steht am Pranger

Ebenso in der Kritik steht die Art der Bürgerinformation: „Das Auftreten des Bürgermeisters kommt uns dabei merkwürdig, ja suspekt vor. Dietmar Heß spricht von der ,Verpflichtung gegenüber Investoren‘, das Wohl der Bürger hat er dabei anscheinend aus den Augen verloren. Während der größte Teil der Republik auf eine sichere Gesetzeslage wartet, begrüßte er Mitglieder und Gäste einer CDU-Veranstaltung in Fretter im November mit den Worten ,Es stellt sich nicht die Frage ob, sondern wann die Windräder kommen‘. Bei Bürgerversammlungen, in denen alle anstehenden Probleme erörtert wurden, Breitband, Inegration usw., kamen die Windräder für das Frettertal nur ganz am Rande vor. Wir haben das als Informationen für uns Bürger angesehen, um uns mit diesem komplexen Thema vertraut zu machen. Daher hat damals auch niemand Fragen oder gar Einwände formuliert. Wir wussten schlicht und ergreifend zu wenig darüber. Umso größer war für uns der Schock, als man uns mit detaillierten Plänen vor vollendete Tatsachen gestellt hat.“

Diesen „voreiligen Windwahn im Frettertal“ verurteilen die Familien aufs Schärfste. „240-Meter-Monster zerstören die Landschaft im Frettertal und bevorzugen einseitig finanzielle Interessen auf Kosten der Allgemeinheit. Wenige Meter weiter sieht das anders aus: In Eslohe wollen sich alle Fraktionen beim Thema Windkraft weiter Zeit geben, aus ihrer Sicht besteht kein Grund zum schnellen Handeln. Warum wartet man nicht auch in Finnentrop die politische Entwicklung ab? Wer und was treibt den voreiligen Windwahn hier voran? Gerade hinsichtlich neuer Erkenntnisse von Schallimmissionen und Gesundheitsschutz muss ein Umdenken erfolgen.“ Die Bürger aus dem Frettertal sehen im Handeln des Bürgermeisters einen unerklärbaren Widerspruch. „Serkenrode ist der Vorzeigeort in der Gemeinde, in dem die Bürger die Entwicklung des Dorfes in die eigenen Hände genommen haben. Die Gemeinde hat diese Entwicklung mit großer Initiative von Dietmar Heß gefördert. Dort beteiligen sich vom Kindergarten- bis zum Seniorenalter alle Gruppen aktiv am öffentlichen Leben. Es gibt 21 Gruppen, die sich einbringen. Es gibt nur wenige Dörfer im Sauerland, in denen sich so viele junge Familien – auch von außerhalb – ein Haus bauen, wie hier bei uns. Viele kommen nach Ausbildung oder Studium wieder zurück und nehmen weite Wege zur Arbeit ganz bewusst in Kauf, weil Serkenrode so aktiv und familienfreundlich ist. Das hat die Kommission von Ergebnis ,Unser Dorf hat Zukunft‘ bescheinigt, die Erfolge in diesem Wettbewerb sprechen Bände. In der Jahreshauptversammlung des Sauerländer Heimatbundes in der Serkenroder Schützenhalle wurde dieses Miteinander von Gruppen und Generationen ebenfalls hochgelobt. Und das soll nun alles den Fretterbach runtergehen?“

Vorzeigeort der Gemeinde

Die Initiative sucht den offenen Weg. Björn Kathol: „Wir verteilen an diesem Wochenende Flyer, auf denen wir auf eine Veranstaltung am Mittwoch, 28. Februar, um 19 Uhr in der Schützenhalle in Serkenrode aufmerksam machen. Das Thema lautet ,Windkraft: Wunsch & Wirklichkeit‘. Referenten sind Christof Gerhard aus Rehringhausen. Er spricht über ,Windkraft, Wirtschaftlichkeit und Wertverluste‘. Auf die gesundheitlichen Aspekte geht Dr. Joachim Ullrich unter der Überschrift ,Gesundheitsgefährdung durch Windkraftanlagen? Mit Schwerpunkt Infraschall‘ ein.“ Ullrich, von Haus aus Gynäkologe, hat sich als Mitglied einer BI gegen Windkraft im oberen Siegtal zum Experten für die Auswirkungen niederfrequenter Schallemissionen weiter gebildet. Wissenschaftliche Schützenhilfe erhält „Gegenwind im Frettertal“ vom Heidelberger Psychologie-Professor Dr. Paul Richter, einem gebürtigen Serkenroder, der sich mit den physischen und psychischen Auswirkungen von Infraschall-Emissionen befasst hat. Richter kommt zu einigen bemerkenswerten Erkenntnissen, was die Nähe von Windenergieanlagen (WEA) zur Wohnbebauung angeht.

Der Lehrstuhlinhaber schreibt unter anderem: „…Neben hörbaren Geräuschen erzeugen Windkraftanlagen auch Infraschall, das sind Schallwellen tiefer Frequenz unter 20 Hertz. …Diese Schallwellen unterhalb der Hörschwelle … werden vom Organismus wahrgenommen und bewirken bei anhaltender Einwirkung eine anhaltende Alarmreaktion und somit Stress..Gesundheitsrisiken bei permanenter Windkraft sind unter anderem Kopfschmerzen, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Schlaflosigkeit innere Unruhe, Ohrendruck, Schwindel, Tinnitus, Unsicherheits- und Angstgefühle sowie Herz-Kreislauf-Probleme wie auch Erhöhung des Blutdrucks…“. Ferner könnten „psychosomatische und psychiatrische Krankheiten wie Angst oder Depressionen auftreten“. Schallwellen tiefer Frequenz, so Richter weiter, „breiten sich über große Entfernungen aus“, sodass „deutliche Infraschalleffekte bis 1500 Meter, leichtere Effekte bis 10, 15 Kilometer zu erwarten“ seien: „Die Frage, welcher Abstand zu Wohnsiedlungen erforderlich ist, um Gesundheitsschäden auszuschließen, bedarf noch weiterer Forschung. Ein wichtiger Einflussfaktor ist nicht zuletzt die Höhe der Anlage. Bei Anlagen von ca. 250m Höhe ist die Forderung nach einem Mindestabstand von 2,5km eher moderat.“ Der Universitätslehrer weist auch darauf hin, dass „die Behandlung von Erkrankungen, die durch Vibrationen wie z.B. Infraschall ausgelöst werden, bereits von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet“ werde.

Georg Schmidt von der Interessengemeinschaft abschließend: „Wir sind keine notorischen Nein-Sager oder Störenfriede, oder in welche Ecke man uns auch immer drängen möchte. Wir sind verantwortungsbewusste Bürger mit Familie, die ernst genommen werden wollen mit ihren Bedenken und ihren Sorgen um ihre Zukunft und die ihrer Dörfer. Wir bestehen aber auf Gleichbehandlung. Als im Bereich Lenhausen/Rönkhausen/Glinge/Oberbecken Windräder aufgestellt werden sollten, wurde dieses Thema im Gemeinderat behandelt und der Bau abgelehnt. Wir haben den Antrag für die Sitzung am 20. Februar gestellt, das Thema ,Windkraft im Frettertal‘ im öffentlichen Teil zu beraten, wie es im genannten Fall auch geschehen ist.“

Privilegierung im Baurecht geregelt

Bürgermeister Dietmar Heß sieht den Vorgang naturgemäß völlig anders. Mit den Aussagen der IG konfrontiert, erklärte er, dass „das Thema Windkraft in den Einwohnerversammlungen im Frettertal, besonders in Serkenrode, eine deutlich herausgehobene Bedeutung gehabt hat“, was „auch durch zahlreiche Fragen und Diskussionsbeiträge“ zum Ausdruck gekommen sei. Dietmar Heß: „Es handelt sich um eine Schutzbehauptung, dass die Ernstlichkeit der Vorhaben nicht hätte erkannt werden können. Auch wir könnten sonst vortragen, dass wir uns nicht ernst genommen fühlen.“

Und zum Stand der Verhandlungen mit Betreibern und Investoren: „…Im Übrigen gibt es auch keine vollendeten Tatsachen. Nach wie vor sind die Entwürfe für Bebauungspläne in Arbeit. Durch die Beantwortung zahlreicher mündlicher wie schriftlicher Anfragen müsste den in der IG Gegenwind zusammengeschlossenen Bürgerinnen und Bürgern nun ausreichend bekannt sein, dass zunächst beabsichtigt ist, diese Entwürfe im Rahmen der öffentlichen Auslegung in einer Einwohnerversammlung zu erörtern. Der Bebauungsplan tritt erst mit dem Satzungsbeschluss im Rat in Kraft … Auf der Grundlage der politischen Beschlüsse sind mit drei Planungsträgern städtebauliche Verträge geschlossen worden, in denen sich die Planungsträger zur Übernahme von Kosten verpflichtet haben. Die Verträge enthalten eine generelle Verpflichtung der Gemeinde zur Durchführung des Planungsverfahrens. Eine inhaltliche Festlegung gibt es ebenso wenig wie die Zusage eines positiven Abschlusses. Eine solche rechtliche Bindung wäre auch unzulässig. Allerdings leitet die Verwaltung aus dem Abschluss der Verträge – im Auftrag der politischen Gremien – angesichts der Vorleistungen der Planungsträger eine mindestens moralische Verpflichtung ab, die Verfahren nicht willkürlich abzubrechen…“.

Und weiter: „…Die IG weiß, verschweigt das aber offensichtlich auch gegenüber den Medien, dass der von der Gemeinde eingeschlagene Weg der Planung der Gemeinde, aber auch den Bürgern, überhaupt die Möglichkeit der Einflussnahme auf die Planungen zur Errichtung von WEA bietet. Ohne Planung sind die Anlagen privilegiert, das heißt, Bauanträge können überall gestellt werden, wo der Wind ausreichend weht und Eigentümer ihre Grundstücke zur Verfügung stellen.

Auch von „Vorpreschen des Bürgermeisters“ in Sachen Windkraft könne keine Rede sein: „..Der jetzige Verfahrensstand beruht auf einer Leitentscheidung des Rates der Gemeinde Finnentrop aus Dezember 2012 und Beschlüssen der politischen Gremien aus 2016 (Serkenrode und Schöndelt) und 2017 (Ostentrop). Die CDU im Kreis oder Land drosseln das Thema im Übrigen nicht, allenfalls Minister Pinkwart und seine FDP versuchen den Eindruck zu erwecken, als könne das Land die bundesrechtlich verantwortete Rechtslage ändern. Die Privilegierung der Windkraftanlagen ist aber im Baugesetzbuch und damit im Bundesrecht geregelt. Der aktuelle Koalitionsvertrag deutet mit dem beabsichtigten massivem Ausbau regenerativer Energien nicht gerade an, dass der Bund die Privilegierung aus dem BauGB streichen wird…“.

Link zum Original Artikel im Sauerlandkurier

 

 

 

 

Gegenwind aus dem Frettertal

Peter Plugge, 12.01.2018 – 01:10 Uhr

Serkenrode. Glich der Widerstand gegen die geplante Ausweisung weiterer Flächen für Windkraftanlagen in der Gemeinde Finnentrop bisher eher einem lauen Lüftchen, so weht der Gemeinde, die Bebauungspläne auf den Weg gebracht und städtebauliche Verträge mit potenziellen Betreibern abgeschlossen hat, sowie möglichen Investoren jetzt ein stärkerer Wind aus dem Frettertal entgegen.

Gegenwind Frettertal heißt denn auch eine Interessengemeinschaft von bisher 53 engagierten, überwiegend Serkenroder Bürgern, die sich „große Sorgen wegen der im Frettertal geplanten Windkraftprojekte machen“, wie Georg Schmidt bei einer Zusammenkunft sagte, „und unzufrieden mit der Informationspolitik der Gemeinde Finnentrop zum Stand der Dinge sind“.

Infraschall und Wertverlust

Sie haben Angst, irgendwann „in allen Ecken des Frettertals auf über 200 Meter hohe Windräder zu blicken“, so ein Teilnehmer. „Alles, was das Frettertal ausmacht, soll zerstört werden“. Sie fürchten aber auch um ihre Gesundheit durch die Auswirkungen von Infraschall, der von diesen Anlagen ausgehe. Der aus Serkenrode stammende und dort Eigentum besitzende Psychologe Dr. Paul Richter hat umfangreiches Informationsmaterial hierzu zusammengetragen.

Aber auch massiven Wertverlust ihrer Häuser und Grundstücke durch Windkraftanlagen fürchten die Gegenwindler. Björn Kathol schimpft: „Erst vor wenigen Jahren hat uns die Gemeinde Baugrundstücke für über 80 Euro pro Quadratmeter verkauft“. Angesichts angekündigter verändernder politischer Vorgaben für den Ausbau der Windenergie durch die schwarz-gelbe Landesregierung in Düsseldorf, eines neuen Entwurfs zum Windenergieerlass und eines neuen Ausschreibungsmodells beim Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) fordern die Gegenwind-Aktivisten die Gemeinde auf, die weiteren Planungen in Sachen Windenergie auf Eis zu legen und, wie zum Beispiel die Nachbargemeinde Eslohe, erst einmal abzuwarten, bevor man endgültig Pflöcke einschlägt.

Frage nach Beweggründen

Dazu sei der Bürgermeister allerdings nicht bereit, berichtet Georg Schmidt, und „die große Frage, die uns umtreibt, ist die: Welche Beweggründe haben die Gemeinde Finnentrop und Bürgermeister Dietmar Heß, das durchzuziehen statt uns zu schützen?“ Dietmar Heß, der gesagt hatte, er sei den Bürgern, aber auch den Vertragspartnern zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit verpflichtet, schreibt Georg Schmidt ins Stammbuch: „Herr Heß ist Bürgermeister und nicht Industriemeister“.

Moralisch verpflichtet

Der so gescholtene Bürgermeister fühlt sich, mit diesen Vorwürfen konfrontiert, „getroffen“ und betont, dass die Gemeinde immer und bereits frühzeitig über den Stand der Verfahren informierte habe. Er sei „selbstverständlich den Finnentroper Bürgern verpflichtet“, führt er weiter aus, fühle sich aber auch, „wenn nicht rechtlich, dann moralisch zu einem fairen Umgang mit den Vertragspartnern verpflichtet.“ Die seien immerhin mit erheblichen Aufwendungen, „das sind keine Peanuts“, in Vorleistung getreten. „Da können wir Planungen nicht so einfach nach Lust und Laune aufgeben“.

Der Link zum Original-Artikel: https://www.wr.de/staedte/kreis-olpe/gegenwind-aus-dem-frettertal-id213087179.html

 

Eine Geburtstagskerze, die keiner will

Martin Droste, 14.12.2017 – 01:09 Uhr

Finnentrop. Im oberen Frettertal brodelt es in Sachen Windenergie. Vor allem in und um Serkenrode befürchten viele Bürger, in einigen Jahren von bis zu 240 Meter hohen Windrädern umzingelt zu werden. „Das sieht dann aus wie eine riesige Geburtstagskerze“, sprach Georg Schmidt, ein Bürger, am Dienstagabend vielen Betroffenen aus der Seele und meinte das gar nicht witzig. „Wir haben hier alle Angst“, berichtete eine Anwohnerin und erhielt dafür in der Einwohnerstunde am Ende der Ratssitzung von ihren Nachbarn viel Applaus.

Drei Sondergebiete

Der Tagesordnungspunkt 10 „Ausweisung von Vorrangflächen für Windenergie“ hatte an diesem Abend zahlreiche Bewohner des oberen Frettertals ins Finnentroper Rathaus geführt. In ihrer unmittelbaren Nachbarschaft – nordöstlich von Schöndelt, nordwestlich von Serkenrode und nördlich von Ostentrop – hat die Gemeinde Finnentrop bereits Verfahren zur Ausweisung von Sondergebieten eingeleitet, in denen Windräder gebaut werden könnten.

„Die Konzentration von Windrädern im Frettertal macht uns Angst“, brachte Georg Schmidt die Stimmung vieler Bürger nach der Ratssitzung auf den Punkt. „Wenn sie einmal stehen, haben wir keine Chance mehr.“

Neben gesundheitlichen Gefahren befürchten Schmidt und die anderen Kritiker einen erheblichen Eingriff in das Landschaftsbild und negative Auswirkungen auf die Immobilienpreise. Von der Gemeindeverwaltung fühlen sich Georg Schmidt und Co. zudem unzureichend informiert.

Die Befürchtungen der Frettertaler kann CDU-Ratsherr Werner Hüttemann gut verstehen: „Ich werde alles versuchen, das nicht alles im oberen Frettertal landet.“ Und deshalb will der in Serkenrode wohnende Hüttemann auch das Oberbecken bei Rönkhausen als mögliche Vorrangfläche für Windenergie im Spiel belassen.

„Ich will nicht den Eindruck erwecken, dass dieses Gebiet unantastbar ist“, begründete der CDU-Politiker seine Enthaltung, eine von insgesamt sieben.

Der Großteil der Ratsmitglieder folgte aber dem von Ralf Beckmann (CDU) vorgetragenen Beschlussvorschlag, gegen die Ausweisung einer Vorrangfläche für den „Suchbereich 1“ (Oberbecken Rönkhausen) zu stimmen, „um kein viertes Fass aufzumachen“.

Landschaft und Wind

„Wer erzählt, wir könnten Windkraft verhindern, der treibt die Bürger hinters Licht“, redete Bürgermeister Dietmar Heß (CDU) Klartext. Heß warnte davor, seitens der Gemeinde Planungsinstrumente aus der Hand zu geben. „Dann haben wir keinen Einfluss mehr und es besteht das Risiko, dass genau das entsteht, was wir verhindern wollen“, appellierte der Bürgermeister an die betroffenen Bewohner. An der Privilegierung der Windkraft sei nun mal nicht zu rütteln.

Zusammen mit den betroffenen Bürgern will Heß versuchen, „die Dinge so zu kanalisieren, dass wir sie einigermaßen steuern können“. Wenn man gar nichts mache, bestehe die Gefahr, in einigen Jahren „von Anlagen umzingelt“ zu sein. „Der liebe Gott“, so Dietmar Heß, „hat uns die schöne Landschaft gegeben, aber auch den Wind.“
Link zum Original-Artikel https://www.wr.de/staedte/kreis-olpe/eine-geburtstagskerze-die-keiner-will-id212848237.html

 

 

https://www.lokalplus.nrw/nachrichten/politik-finnentrop/windkraft-planungen-am-oberbecken-in-roenkhausen-liegen-auf-eis-20273
Lokalplus NRW vom 13.12.2017

https://www.lokalplus.nrw/nachrichten/politik-finnentrop/fairness-und-verantwortung-gegenueber-anwohnern-und-umwelt-20181
Lokalplus NRW vom 11.12.2017

 

https://www.lokalplus.nrw/nachrichten/politik-finnentrop/gemeinde-finnentrop-beantwortet-fragen-zur-windkraft-planung-am-oberbecken-20096
LokalplusNRW vom 07.12.2017

https://www.wp.de/staedte/kreis-olpe/keine-windkraft-am-finnentroper-oberbecken-id212769343.html
www.derwesten.de vom 07.12.2017

 

Investor plant Windräder-Errichtung am Oberbecken
Freie Wähler: Öffentliche Anfrage zu Windkraftplanungen der Gemeinde Finnentrop
LokalplusNRW vom 06.12.2017

Finnentrop. Die Windwärts Energie GmbH plant, im „Suchbereich 1“ am Oberbecken in Rönkhausen, fünf Windräder mit einer Gesamthöhe von 240 Metern zu errichten. Der Umweltausschuss und der Rat der Gemeinde Finnentrop befassen sich in ihren Dezember-Sitzungen mit der Angelegenheit (LokalPlus berichtete). Im Vorfeld hat die Fraktion der Freien Wähler für Finnentrop eine öffentliche Anfrage hat Bürgermeister Dietmar Heß geschickt.
Die Anfrage im Wortlaut: „Sehr geehrter Herr Heß, im Rahmen der Sitzungen des Umwelt-, Bau- und Planungsausschusses am 07.12.2017 und des Rates der Gemeinde Finnentrop am 12.12.2017 stehen Entscheidungen zum Thema Windenergie in der Gemeinde Finnentrop an.

Mit der Sitzungsvorlage 116/2017 legt die Verwaltung einen Antrag des Vorhabenträgers „Windwärts Energie GmbH“ mit dem Ziel einer Einleitung der Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplans (92.Änderung) sowie des Bebauungsplans (Nr. 120, Windenergie Oberbecken) vor. Gemäß Sitzungsvorlage ist über den Abschluss eines städtebaulichen Vertrages mit dem Vorhabenträger zu entscheiden.
Neunteiliger Fragenkatalog
Nach §12 Abs.1 BauGB kann die Gemeinde „durch einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan die Zulässigkeit von Vorhaben bestimmen, wenn der Vorhabenträger auf der Grundlage eines mit der Gemeinde abgestimmten Plans zur Durchführung der Vorhaben und der Erschließungsmaßnahmen (Vorhaben-und Erschließungsplan) bereit und in der Lage ist und sich zur Durchführung innerhalb einer bestimmten Frist und zur Tragung der Planungs-und Erschließungskosten ganz oder teilweise vor dem Beschluss nach §10 Abs. 1 verpflichtet (Durchführungsvertrag). Die Begründung des Planentwurfs hat die nach §2a erforderlichen Angaben zu enthalten.“

Deswegen bitten wir die Verwaltung, uns dazu kurzfristig ihre Einschätzung mitzuteilen. Ein Blick auf die öffentlichen Informationen des Bundesministeriums für Justiz (www.bundesanzeiger.de), insbesondere auf die wirtschaftlichen Eckdaten des Vorhabenträgers, wird dabei hilfreich sein.
Wie gedenkt die Verwaltung mit der Tragung der Planungs- und Erschließungskosten zu verfahren? Wird sie den Planungsträger auf Übernahme dieser Kosten in Gänze verpflichten?
Wird der Planungsträger verpflichtet, auch die bereits eventuell entstandenen Kosten der Gemeinde zu übernehmen (ggf. erstellte Umweltberichte, artenschutzrechtliche Prüfungen, etc.)?
Erwartet die Verwaltung im Kontext ihrer Sitzungsvorlage Kosten für die Gemeinde und damit Belastungen für künftige Haushalte?
Verpflichtet die Verwaltung den Planungsträger zur Kostenübernahme von erforderlichen Ausgleichsmaßnahmen?
Verpflichtet die Verwaltung den Planungsträger zur Abschaltung zu bestimmten Monatszeiten, um die Tötungsrisiken für bestimmte geschützte Arten zu minimieren?
Verplichtet die Gemeinde den Planungsträger zur Abschaltung der Anlagen am Oberbecken bei Eiswurfgefahr?
Verpflichtet die Verwaltung den Planungsträger, seinen Gesellschaftssitz dauerhaft nach Finnentrop zu verlegen?
Was bedeutet die Aussage des Vorhabenträgers „“einer Investition durch die Gemeinde Finnentrop steht Windwärts offen gegenüber“? Beabsichtigt die Gemeinde Finnentrop eine Investition von Steuergeldern in ein solches Projekt?

Sie werden sicherlich Verständnis dafür haben, dass wir diese Anfrage bewusst öffentlich stellen, da die Thematik „Windkraft“ bekanntermaßen von hohem öffentlichen Interesse ist.“

 

 

 

Umweltausschuss und Rat der Gemeinde Finnentrop befassen sich mit Antrag
Investor plant die Errichtung von fünf Windrädern am Oberbecken
LokalplusNRW vom 06.12.2017

Finnentrop. Der Umwelt-, Bau- und Planungsausschuss der Gemeinde Finnentrop befasst sich in der Sitzung am kommenden Donnerstag, 7. Dezember, mit der Ausweisung von Vorrangflächen für Windenergie. Im Mittelpunkt steht dabei der sogenannte „Suchbereich 1“ (Oberbecken Rönkhausen), in dem die Windwärts Energie GmbH fünf Windenergieanlagen mit 240 Metern Gesamthöhe aufstellen lassen möchte.
Die Windräder sollen westlich, südwestlich und südlich des Oberbeckens entstehen. Das Hannoveraner Unternehmen hat bei der Gemeindeverwaltung einen Antrag auf die Einleitung eines Bauleitplanverfahrens zur Ausweisung einer Vorrangfläche für den entsprechenden Bereich gestellt. Entgegen der ursprünglichen Planung geht es dabei um die Errichtung von fünf statt acht Windenergieanlagen. Darauf habe sich das Unternehmen mit der Gemeinde geeinigt, teilen beide Seiten mit.

Durch den Verzicht auf drei angedachte Windräder möchte der Investor „einen Beitrag für eine höhere Akzeptanz des Vorhabens leisten“. Damit seien „insbesondere Standorte in den Randlagen Richtung Rönkhauen und Lenhausen (…) ersatzlos gestrichen“, heißt es im „Steckbrief Windenergieprojekt am Oberbecken“, den die Windwärts Energie GmbH der Gemeinde vorgelegt hat.
Artenschutzrechtliche Auflagen erfüllt
Darin wird der Planungsstand zum 23. November vorgestellt. Die wichtigsten Daten: Laut Steckbrief werden die Grenz- und Richtwerte für Schalllärm und den Schattenwurf von Rotorblättern eingehalten. Die Windräder sollen in einem Abstand zwischen 1000 und 1500 Metern zu allen Ortslagen errichtet werden. Mehrere unabhängige Gutachten in Sachen Natur- und Artenschutz belegten darüber hinaus, dass durch die Standortwahl der Windräder keine übermäßige Gefährdung von „potentiell kollisionsgefährdeten oder bedrohten Tierarten“ ausgeht.

In dem Steckbrief räumt das Unternehmen zwar ein, dass sich das Landschaftsbild im Bereich des Oberbeckens und des Wanderweges „Sauerland-Höhenflug“ „aufgrund der Anlagenhöhe von rund 240 m“ verändern werde. Aber: „Die optische Veränderung wird in Abhängigkeit von der Entfernung, dem Relief und dem Bewuchs sehr unterschiedlich ausfallen.“ Auch direkte Auswirkungen auf den Wanderweg werden in dem Steckbrief genannt: Rund ein Kilometer des Wanderwegs würde laut Plan zwischen den Anlagen 1, 2 und 5 entlangführen, zudem würden Betriebsgeräusche auf einer Strecke von rund 1,5 Kilometern zu hören sein.
„Windwanderweg“ als Touristen-Attraktion
Eingriffe, die aber auch als Chance begriffen werden könnten, wenn es nach der Windwärts Energie GmbH geht. Der Vorschlag: „Durch die geschickte Einbindung des Windparks in das Konzept des Sauerland-Höhenflugs als einen ,Windwanderweg´ könnte dieser um eine touristische Attraktion erweitert und aufgewertet werden. Auch bietet es sich an, das Oberbecken als zweite regenerative Energiegewinnung in das Konzept eines Windwanderwegs mit einzubinden und die Attraktivität zu steigern.“ Die Gefahr von Eiswurf soll durch eine behördlich vorgeschriebene Abschaltautomatik bei Eisbildung verhindert werden.

Abschließend werden in dem Steckbrief noch einige laut „Windwärts“ relevante Punkte aufgelistet, darunter der Hinweis, dass die „verkehrsmäßige Erschließung der Standorte und ein Netzanschluss zur Einspeisung des erzeugten Stroms geprüft und möglich sind“. Das Unternehmen will er Gemeinde darüber hinaus Investitionen in das Vorhaben ermöglichen und ein „Poolflächenkonzept“ umsetzen, mit dem sich alle Grundstückseigentümer an den Pachtzahlungen beteiligen sollen.
Abstandsregelung nur noch ein „weiches Tabu“
Nachdem die Bezirksregierung Arnsberg ihre Windkraft-Planungen eingestellt hat, gelte das Einhalten eines 600-Meter-Abstands zum Premiumwanderweg „Sauerland-Höhenflug“ nicht mehr als hartes Kriterium, sondern „allenfalls als ,weiches Tabu´“ für die Planungen der Gemeinde, heißt es in der Vorlage zur Sitzung des Umweltausschusses. Zwar müsse die Kommune „möglichst konfliktarme Konzentrationszonen“ ausweisen; das würde mit Blick auf den 600-Meter-Abstand allerdings bedeuten, dass die Vorrangzone stark verkleinert und lediglich Platz für zwei Windräder bieten würde.

Der Ausschuss beschließt nicht nur über den Antrag der Windwärts Energie GmbH, Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplanes sowie des Bebauungsplanes. Auch darüber, ob die Verwaltung mit der landesplanerischen Abstimmung beauftragt wird und ob ein städtebaulicher Vertrag mit dem Hannoveraner Unternehmen abgeschlossen werden soll, muss der Ausschuss entscheiden. Wenige Tage später (12. Dezember) befasst sich der Gemeinderat dann mit der Angelegenheit.

lokalplus.nrw freie-waehler-kritisieren-buergermeister-hess-und-windkraft-planungen
vom 18.11.2017

Finnentrop. Für drei Suchbereiche bei Serkenrode, Ostentrop und Schöndelt haben sich Investoren gefunden, mit denen die Gemeinde Finnentrop über die Errichtung von Windkraftanlagen verhandelt. Ein weiterer Anleger hat Interesse an einer Vorrangzone, die sich im Bereich des Oberbeckens in Rönkhausen befindet. Das hat Bürgermeister Dietmar Heß jetzt auf LokalPlus-Anfrage erklärt. Bei den Freien Wählern stößt das Vorgehen des Gemeindeoberhaupts auf Unverständnis und löst massive Kritik aus. Die Stellungnahme der Freien Wähler im Wortlaut:

„Nun ist die „Katze aus dem Sack“. Die Windkraft kommt nach Finnentrop. Mit großem Sturm in allen Suchgebieten und mit Rückenwind aus der Verwaltung. „Heß betont, dass die Gemeinde beim Thema Windkraft nicht nur den Einwohnern, sondern auch den Investoren gegenüber verpflichtet sei.“ (Zitat aus dem LokalPlus-Bericht, Anm. d. Red.) Um welche Verpflichtung handelt es sich gegenüber den Investoren? Wurden von der Verwaltung Zusicherungen ausgesprochen oder gar Verträge geschlossen, die nicht vom Gemeinderat abgesegnet sind?

Der Bürgermeister ist in erster Linie den Bürgerinnen und Bürgern und dem Rat verpflichtet. Wieso erfahren sie aus der Presse den Planungsstand zur Windkraft? Anfragen von uns und von Bürgerinnen und Bürgern zur Windkraft wurden nur oberflächlich und inhaltlich absolut leer beantwortet. Nennt der Bürgermeister dieses Vorgehen transparent? Sollten hier ggf. alle Bürgerinnen und Bürger eingeschläfert werden, um ihnen zu gegebenem Zeitpunkt die festgezurrten Fakten um die Ohren zu hauen?

Bürgern und Landschaft verpflichtet

Mit den Projektierern der Windkraftanlagen arbeitet der Bürgermeister partnerschaftlich zusammen. So war zu lesen: „STAWAG, Enervie und SL NaturEnergie hätten sich nicht nur partnerschaftlich verhalten, sondern „im Voraus alle viel bringen müssen“. Konkret: unter anderem Windkraftmessungen vornehmen und artenschutzrechtliche Gutachten erstellen lassen. „Das kostet viel Geld, und es wäre unfair, jetzt zu sagen, dass wir erstmal abwarten wollen.“ (Heß-Zitat aus dem LokalPlus-Bericht, Anm. d. Red.) Diese von ihm hier eingebrachte Energie fordern wir vom Bürgermeister ein, um mit den Bürgerinnen und Bürgern partnerschaftlich zusammenzuarbeiten!

Es geht bei der Errichtung von Windkraftanlagen nicht um „Fairness“ zu Projektierern, sondern in erster Linie um die Gesunderhaltung der Bürgerinnen und Bürger, um den Schutz der Landschaft und um den Willen der Bevölkerung.

Rönkhausen-Pläne sorgen für Unverständnis

Das Suchgebiet am Oberbecken wurde seinerzeit von der Gemeinde mit der Rotampel belegt, weil dort Schwarzstorch und Rotmilan leben. Wie konnte man dort Planungen zulassen? Wieso wurden die Bürgerinnen und Bürger nicht informiert?

Wir, die Freien Wähler Finnentrop e.V. stehen zusammen mit unserer Fraktion im Rat der Gemeinde auf der Seite der Windkraftgegner.“
(LP)

 

lokalplus.nrw windkraft-langwierige-planungen-in-drei-suchbereichen-19506
vom 16.11.2017

Finnentrop. Diskussionen, Aufregung und Verunsicherung: Dafür sorgen das Thema Windkraft und die Frage nach dem aktuellen Planungsstand in der Gemeinde Finnentrop seit Jahren. Bürgermeister Dietmar Heß spricht auf LokalPlus-Anfrage von einem „insgesamt sehr komplexen Thema“. Der Stand der Dinge: Für drei – auch öffentlich bekannte – Suchbereiche gibt es Investoren für Windkraftanlagen, mit denen die Gemeinde Finnentrop Gespräche führt. Für einen weiteren Bereich hat ein Investor Interesse angemeldet. Aber: Bis zur Genehmigung für den Bau von Windkraftanlagen sei es insgesamt noch ein weiter Weg, der „selbstverständlich“ auch über die Bürgerbeteiligung führe, so Heß.

Die bekannten Suchbereiche

Nordwestlich von Serkenrode liegt der „Suchraum 3b“. Hier möchten die Stadtwerke Aachen (STAWAG) Windräder aufstellen. „Planungsrechtlich sind wir hier am weitesten“, sagt Dietmar Heß, „aber auch hier haben wir noch nicht alle Hindernisse aus dem Weg geräumt.“

Für den „Suchraum 5“ nordöstlich von Ostentrop hat sich mit dem südwestfälischen Energieversorger Enervie mit Sitz in Hagen ein Investor gefunden.

Im „Suchraum 6“ oberhalb von Schöndelt gibt es zwei Investoren – und laut Heß einen „Sonderfall“. Bei einem Teil der Fläche, bekannt als „Buchhagen“, handelt es sich nämlich um das ehemalige Nato-Gelände, das im Besitz der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben ist. Die BImA hat das Areal dem Windparkerrichter und –projektierer Ostwind (Regensburg) verpachtet. Für das Ex-Nato-Gelände liegt lediglich das Planungsrecht bei der Gemeinde Finnentrop.

Investor für die übrige Fläche im „Suchraum 6“ ist die Firma SL NaturEnergie (Gladback), die sich auf Photovoltaikanlagen und Windenergie spezialisiert hat. Das Unternehmen betreibt nach Angaben von Dietmar Heß bereits zwei der drei bestehenden Windkraftanlagen in Schöndel. SL habe angeboten, diese beiden Anlagen zu entfernen, was Heß begrüßen würde: Die derzeitigen Standorte der Windkaftanlagen seien „nicht optimal“. Voraussetzung sei dafür allerdings die Errichtung neuer Windräder im Planbereich.

Die Planungen

In den drei genannten Suchbereichen seien die Entwürfe für Bebauungspläne in Arbeit. Bis zur Fertigstellung der Pläne liege aber noch viel Arbeit vor allen Beteiligten, sagt Heß. Noch viel weiter entfernt seien die Punkte Genehmigung und Realisierung, denn: Der Entwurf der Pläne muss öffentlich, auch in Bürgerversammlungen, vorgestellt werden. Über den Entwurf und Anregungen der Einwohner muss der Rat entscheiden, ehe ein Bebauungsplan überhaupt aufgestellt werden kann. Erst danach kann ein Investor eine Baugenehmigung beantragen, die der Kreis Olpe erteilen muss.

Grundsätzlich bedeute ein Bauplan Sicherheit für Investor, Kommune und Bürger, sagt Heß. Der Plan als Rechtsgrundlage nämlich lege einen konkreten Standort für die Errichtung von Windrädern fest. „Damit unterliegt der Bau von Windrädern nicht mehr der Willkür des Investors“, so der Bürgermeister. Im Bauplan seien außerdem die Interessen des Allgemeinwohls – unter anderem der Mindestabstand zur Wohnbebauung – festgehalten und gesichert. Geht es schließlich an den Bau der Windkraftanlage, brauche es für jede einzelne eine separate Baugenehmigung. Ein kompliziertes und langwieriges Verfahren.

Die Investoren

„Das sind alles Partner, die wir kennen und mit denen wir vertrauensvoll zusammenarbeiten“, sagt Finnentrops Bürgermeister über die drei Investoren, mit denen die Gemeinde verhandelt. Mit Ausnahme des Bereichs „Buchhagen“ wolle sich die Kommune wie angekündigt an den Investitionen beteiligen und Projektgesellschaften gründen. Damit habe die Gemeinde zum einen Mitspracherecht bei den Planungen, womit sich alle drei Investoren auch einverstanden gezeigt hätten. Zum anderen könne sich die Kommune damit zivilrechtlich absichern, beispielsweise die Einhaltung einer bestimmten Maximalhöhe von Windrädern festlegen.

Heß betont, dass die Gemeinde beim Thema Windkraft nicht nur den Einwohnern, sondern auch den Investoren gegenüber verpflichtet sei. STAWAG, Enervie und SL NaturEnergie hätten sich nicht nur partnerschaftlich verhalten, sondern „im Voraus alle viel bringen müssen“. Konkret: unter anderem Windkraftmessungen vornehmen und artenschutzrechtliche Gutachten erstellen lassen. „Das kostet viel Geld, und es wäre unfair, jetzt zu sagen, dass wir erstmal abwarten wollen.“

Die rechtliche Lage

Abwarten: Das ist genau das, was viele Einwohner sich jetzt wünschen. Die neue schwarz-gelbe Landesregierung etwa hat Änderungen des Windenergieerlasses beschlossen, mit denen voraussichtlich ab 2018 unter anderem der Mindestabstand zu Wohngebieten auf 1500 Meter ausgeweitet werden soll. Die verschärften Regelungen, so die Hoffnung von Windkraftgegnern, könnten auch bestehenden Planungen für den Bau neuer Anlagen einen Strich durch die Rechnungen machen.

Hoffnungen, die Dietmar Heß nicht teilt, vor denen er sogar warnt. Zum einen gebe es aktuell nach wie vor keine neue Rechtslage. Somit seien die Kommunen nach wie vor gesetzlich dazu verpflichtet, Vorrangzonen für die Errichtung von Windkraftanlagen auszuweisen. Zum anderen falle der Windenergieerlass unter das Bundesrecht, könne also nicht allein von der NRW-Regierung vorgegeben werden.

Der vierte Suchbereich

Eigentlich war der Bereich rund um das Oberbecken in Rönkhausen laut Heß als Vorrangzone „schon ein bisschen aus der Debatte“. Nach den Regularien der Bezirksregierung Arnsberg, die ihre Windkraft-Planungen im Sommer eingestellt hat, sei der Suchraum nicht infrage gekommen, weil der Abstand zum Premiumwanderweg „Sauerland-Höhenflug“ mit rund 600 Metern zu niedrig sei. Das könne zwar nach wie vor ein Ausschlusskriterium sein, sagt Heß.

Allerdings sei ein Investor auf die Gemeinde zugekommen, der auch schon Vorverträge mit Grundstückseigentümern abgeschlossen habe. Am 7. Dezember wird sich der Umweltausschuss mit der Angelegenheit beschäftigen. Nach Angaben des Bürgermeisters gilt der Bereich rund ums Oberbecken bereits seit den 1980er Jahren als besonders windstarker Standort, im Sauerland sogar als der windstärkste.

www.lokalplus.nrw/regionalrat-beschliesst-ende-der-windkraft-planungen
vom 06.07.2017

www.wp.de/naturschutzverein-finnentrop vom 10.05.2017

Windkraft Argumente – Widersprüche – Sauerland von Clemens Bernemann, April 2017

Pater J. Wrede aus Schliprüthen nimmt Stellung zur Windkraft 09.04.2017

www.wp.de/der-schnellere-weg-zur-windkraft vom 22.02.2017

Die Diskussion um Windkraft in Finnenrop geht weiter WP vom 10.06.2016

Hess verteidigt Windkraft – LokalPlus vom 11.05.2015

 

Windkraft holt die Leute vom Sofa

Barbara Sander-Graetz, 08.05.2015 – 17:08 Uhr

Einwohnerversammlung in Schönholthausen. Ein Schwerpunkt war die Windenergie. Foto: Sander-Graetz

Eine Diskussion gab es nicht, dafür viele Informationen rund um Themen, mit denen sich die Gemeinde Finnentrop zurzeit im Frettertal, in Schönholthausen und Umgebung befasst. Die Gemeinde Finnentrop mit Bürgermeister Dietmar Heß und Beigeordneter Aloys Weber an der Spitze hatte am Mittwochabend in die Schützenhalle zu einer Einwohnerversammlung geladen und die Halle war voll. Windkraft und Dichtheitsprüfung sind Themen, die bewegen und die Leute vom Sofa holen, selbst wenn Fußball angesagt ist.

Finnenrtrop auf Platz 15

Nachdem Kriminalhauptkommissar Michael Klein von der Kreispolizeibehörde Olpe zum Thema „Bekämpfung des Wohnungseinbruchsdiebstahls“ ausführlich referiert hatte, ging Heß als erstes das Thema Windenergie an. „Wir haben hier besonders ergiebige Gebiete und stehen in NRW auf der Rangliste mit der Gemeinde auf dem 15. Platz“, so Heß.

Neun Suchräume gibt es, die alle im Frettertal liegen. Drei will die Gemeinde am Ende erschließen, doch kein Raum, so der Bürgermeister, sei unproblematisch. „Bei der Suche müssen wir nicht nur Rücksicht auf die Natur nehmen, sondern auch auf die Menschen“, so Heß, Bei Abständen zur Bebauung, zu Naturschutzgebieten oder auch Friedhöfen.

Gemeinsam ertragen

„Um die Gemeinde nicht mit 200 Meter hohen Windrädern zuzupflastern, haben wir noch viel zu kämpfen. Aber wir können auch nicht Nichts machen. Wir sollten es so begrenzen, dass wir es gemeinsam ertragen können“, appellierte der Bürgermeister.

Daher sollen auch nicht nur die Eigentümer und die Energieversorger von der Windkraft profitieren, sondern letztlich alle, damit eine breite Akzeptanz entsteht. Daher gibt es Überlegungen zu sogenannten Flächenpachtmodellen, bei denen neben den Eigentümern auch sonstige Betroffenen berücksichtigt werden sollen. „Außerdem wollen wir als Gemeinde mit den Energieversorgern ein Beteiligungsmodell gründen, um eine Wertschöpfung vor Ort zu behalten. So bekommen wir auch weiterhin einen rechtlichen Zugriff auf mögliche Konzentrationsflächen in der Zukunft“, führte Bürgermeister Heß aus.

Knackpunkt Drehfunkfeuer

Eigentlich sollte in diesem Jahr schon mit dem Bau der ersten Windkraftanlagen begonnen werden, doch das Flächennutzungsplanverfahren ist noch nicht eingeleitet worden. Ein Knackpunkt scheint dabei das Drehfunkfeuer „Germinghausen“ oberhalb von Hülschotten zu sein.

Dieses wird als Signal für Flugzeuge von der Deutschen Flugsicherung betrieben. Hier darf eigentlich im Radius von 15 Kilometern keine Windkraftanlage gebaut werden. Danach könnten dann nur noch Windkraftanlagen im oberen Frettertal entstehen. „Das ist aber noch nicht geregelt“, so Bürgermeister Dietmar Heß, „daher werden wir diesen Einwand erst einmal vernachlässigen.“

Link zum Original-Artikel: https://www.wr.de/staedte/kreis-olpe/windkraft-holt-die-leute-vom-sofa-id10650183.html

 

Drehfunkfeuer gefährdet Pläne – SK vom 04.03.2015

Verringerte Lebensqualität – Freie Wähler erteilen Windkraft in Finnentrop klare Absage – SK vom 09.07.14

Windpark für alle Bürger – Grundstücksbesitzer wehren sich gegen Vorwürfe – SK vom 07.07.14

Windpark Serkenrode/Schliprüthen , Risiken der Windenergie von Clemens Bernemann, Juni 2014

Stadtwerke Aachen planen Windpark bei Serkenrode – WP vom 15.05.2014

Stellungnahme des Sauerländer Heimatbundes aus 2015, Seite 14
Ausgabe März 2015 zum Entwurf des Regionalplanes Arnsberg Sachlicher Teilplan „Energie“ 2014

Der Windenergie die Flügel stutzen – Elmar Reuter, Sauerland 4/2013

Erntefeld Windkraft – Artikel von Friedhelm Tomba im SK aus Februar 2013

 

 

Aus einem Bericht von Friedhelm Tomba über eine Dorfversammlung in Schöndelt (Oktober 2013)

„Stürmischer Wind bis schwerer Sturm“ zeigte die Skala beim Thema „Windenergie“ an. Seit 2004 drehen sich in Schöndelt private Windräder. Aloys Webers Feststellung „Sie wohnen im einzigen Ortsteil, der die Windenergie bereits kennt“ führte zu einer Reihe von Wortbeiträgen.

  • „Ich höre ständig das monotone Geräusch der Windräder. Man sollte die Betreiber auf Schadenersatz verklagen.
  • Wer will denn hier noch hinziehen?“, warf Herrmann-Josef Alz in die Runde.
  • Helmut Schröder merkte an, das bei einem weiteren Ausbau in Schöndelt kein Haus mehr zu verkaufen sei.
  • Burkhard Hachen (Wiebelhausen) fügte an, das Jagden nicht mehr zu verpachten sein.

Bürgermeister Heß übernahm den Part des Diplomaten. „Durch den Ausbau von Windenenergie sollen nicht nur Millionäre kassieren. Die Gemeinde Finnentrop vertritt auch die Interessen der Bürger, die nicht so viel Geld haben. Es ist und bleibt unser Bestreben, den Bürger an der Windenergie zu beteiligen.“ Das war eine Vorlage für Windkraftbetreiber Werner Bille, der einen überraschenden Vorschlag machte. „Ist es nicht möglich, dass wir in Schöndelt oben auf dem Buchhagen gemeinsam unseren eigenen Windpark errichten? Wenn das Dorf eine einvernehmliche Lösung findet, wäre der Platz doch ideal dafür geeignet.“

Auf dem „Buchhagen“ befindet sich das Gelände, das früher von der Bundeswehr genutzt wurde. Bürgermeister Heß zeigte sich von dem Vorschlag durchaus positiv angetan. „Das wäre durchaus eine Möglichkeit.“ Zuvor muss allerdings aufgrund der Dorfdisharmonie in Sachen „Windenergie“ noch viel Wind aus den Segeln genommen werden. Den Vorbehalt, von Josef Schelle, das gerade zu nachtschlafender Zeit kein störendes Geräusch aufkommen dürfte, konterte Bille wie folgt: „ Jupp, wenn du erst mal daran beteiligt bist, und dann das Tacken der Räder hörst, kannst du auch bei offenen Fenster wunderbar schlafen.“

Kompletter Artikel: Eigener Windpark für Schöndelt – SK vom 18.10.2013